Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 9 (1938)
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 323 (sequence 327)
- Language
- German
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soll, und dadurch R. Samuel Taussig schnell und ungesäumt einzuspinnen gesucht hat. So ist auch der erwähnte Graf zu Ihro Excellenz Herrn Herrn Graf zu Lomburg87 gefahren und ihm die Sache vorgetragen, diese hohen Herrschaften zeigten es auch sofort unserem Herrn dem Kaiser Josefus an. Aber Gott g. s. E., der allezeit dem Gerechten beisteht, hat solches Übel verhütet, indem unser Herr der Kaiser s. E. w. e. und sein Sohn unser Herr der König Josefus s. E. w. e. ob weitberühmte Mildherzigkeit, Barmherzigkeit und Gnad allergnädigst anbefohlen, die Sache von Grund vorher zu erläutern. Das soll Gott g. s. E. zum Guten gedenken unserem allerdurchlauchtigsten und großmächtigsten Herrn dem Kaiser und seinem Sohne, unserem Herrn dem Könige Josefus und seine Barmherzigkeit soll ihm beistehen immer und ewig, Amen. Im Monate Cheschwan 464 d. kl. Z. ist R. Samuel Tausk nach der mit den Vorstehern und anderen Führern der Gemeinde gehaltenen Beratung und Beschluß an den kaiserlichen Hof nach der Residenzstadt Wien abgeschickt worden, um allergnädigste Konfirmierung der alten Privilegien unserer heil. Gemeinde Prag wie auch der ganzen Provinz Böhmen zu erwirken und auch wegen der Altschul samt den dazugehörigen Häusern, welche ca. zwölf Jahre versiegelt und verschlossen gewesen, auch ganz verwüstet gestanden, so daß tatsächlich Vögel darin ihre Nester gebaut haben, zu solliciren und zu supliciren. Und er nahm mit sich seinen Verwandten Chajim Sohn des R. Abraham R. Fauwer Tausk,88 daß er ihn unterwegs und an Ort und Stelle treu bediene. Im Monate Kislew 464 d. kl. Z. hat R. Samuel Gottlob erwirkt, daß unser Herr, der Kaiser s. E. w. e. auf ein Pergament mit zierlicher Schrift mit eigenhändiger Unterschrift und kaiserlichem Siegel unsere erwähnten Privilegien allergnädigst bestätigt und erteilt hat, auch hat er an die Herren Statthalter i. E. w. e. einen gnädigen Befehl erlassen die Juden bei diesen erhaltenen Privilegien gnädigst zu schützen und Hand halten und ebenso einen allergnädigsten Befehl ergehen lassen und anbefohlen, daß die Juden die Altschul mit dem ganzen Zerkel Gassen und Häuser, was dazu gehört, wiederum aufbauen, eröffnen und genießen sollen. Gleich wie nun von selbst billig erfordert auch unsere Untertänigkeit unserem Herrn dem Kaiser mit der ganzen Familie und Haus Österreich einen solchen dicken und hohen Wunsch zu geben, auch alleruntertänigst wünschen tun, daß Gott g. s. E. ihn in alle seine Werke beglücken, schützen und schirmen soll, daß er allezeit seine Feinde besiegen und überwinden soll, Amen! Nachdem wie R. Samuel diese gute Werke mit Gottes Hilfe zu Ende gebracht hatte und beabsichtigte wieder nachhause nach Prag zu reisen, zur selben Zeit gieng der Weisskopf zu oben erwähnten hohen Herrschaften und fragte, was es denn bedeutet, das man auf sein Anbringen R. Samuel so ledig läßt und nicht bestraft. Und 17 323