Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 9 (1938)
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 322 (sequence 326)
- Language
- German
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man nicht viel schreiben, ich schreibe m. k. th. alles kurz. Hüt er sich und nehm er sich in Acht, daß selbige gemeldete Person in Acht genommen wird, und ihm zu helfen, wie möglich ist. Welcher Mensch klug sein will, muß sehen auf das Ende einer Sache, ich bitte m. k. th. um eine Antwort. Dies die Worte Salomo Gersons aus der Festung Henegau bei Basel. Der Diener von Salomo Halevi sein Namen ist Hilel, welcher mit den Salomo Levi vor ein Jahr in Winter ist bei m. k. th. in Haus gewesen, laßt m. k. th. grüßen. Überschrift. An den Juden Samuel Sachsel, Primator von der Hauptstadt Prag. Unter großem Banne, den Brief kein fremder Mensch zu lesen in der Residenzstadt Wien. Henegau 22. Oktobris 1703. Empfangen 18. Novembris 1703. Diese sein die lügenhaftige Brief, was der bemelte R. Ahron Ris und Salomo Weisskopf in der Suka (Laubhütte) wider den vornehmen R. Samuel Tausk zusammen gesponnen und ausgedacht haben die Briefe zusammen versiegelt und darüber ein apart Überzug gemacht und die Überzugschrift darauf gestellt, an den Wirten in der Leopoldstadt in dem golden Tobin Haus und inwendig in dem Couvert geschrieben und gebeten, daß der Wirt die eingeschlossenen Briefe dem erwähnten Weisskopf einhändigen solle und diesen Pack Briefe durch einen Christenjungen dem Wirten geschickt, dem sie befahlen und mitgaben, es dem erwähnten Wirte unfehlbar einzuhändigen und zu sagen, daß es ihm von einem vornehmen Offizier gegeben worden sei, um es dem Wirte einzuhändigen. Wie nun der Junge diese Briefe dem Wirte gebracht und der Wirt bei der Öffnung die jüdische Schrift gesehen, warf er die Briefe zornig wieder dem Überbringer zurück und sagte, ich mag mit jüdische Briefe nichts zu tun haben. Der Junge brachte darauf die Briefe wiederum dem Ris und Weisskopf zurück. Wie die gesehen haben, daß ihre Absicht auf diese Art nicht gelungen war, haben sie sich anders entschlossen und ein neues Couvert gemacht an Ihro Excellenz Herrn Graf Trautmannsdorf, Botschafter in der Schweiz und die Briefe wieder durch den Christen jungen gedachtem Herrn Grafen ins Haus geschickt. Sobald der Graf den Brief eröffnete und darinnen jüdische Briefe gefunden, welche an Weisskopf, der bei dem Grafen bekannt war, gelautet haben, ließ er ihn rufen und händigte ihm die Briefe ein. Wie auch der Salomo Weisskopf heimtückisch angab, daß R. Samuel Tausk in Frankreich korrespondiert und dazu mit den erwähnten lügenhaften ausgetrachteten falschen Brief das Licht geben wollte und die falschen Briefe dem hochgedachten Herrn Grafen vorgelesen hat, damit diese hohe Persönlichkeit sie weiter an unseren gnädigen Herrn den Kaiser s. E. w. e. und an unseren Herrn den König Josefus offenbaren 822 16