Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 9 (1938)
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 321 (sequence 325)
- Language
- German
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Festung Henigau bei Basel, 24. Oktobris 1703 d. kl. Z. Empfangen 18. Novembris 1703 d. kl. Z. in Wien. Überschrift. Über diesen und die zwei beiliegende Brief ist ein Couvert gewesen und wie folgt. Diesen Brief zu bestellen an den Juden Salomo in der Leopoldstadt bei den golden Tobin oder in dem Logement von Graf Trautmannsdorf, Botschafter in der Schweiz. 3. Friede zu meinem lieben R. Samuel Sachsel Primus von Prag. Ich hoffe, daß mich mkth wird excusieren, daß ich ihn mit alle meine Schreiben bemühen tue, denn die Zeit bringts mit, wie ich m. k. th. weiter ausführlich schreiben werde. Weil wir in unserem Land gehört haben, nämlich im Lande Elsus, daß Gott soll sich derbarmen, daß der Jude Salomo Levi von Metz ist in Weltschland gefangen bei den deutschen Soldaten, und es zu besorgen ist, daß, Gott behüte, wenn dieser Salomo Levi sollt Kommen auf eine Tortur, er schwätzen tät, was er weiß, daß sonder Zweifel m. k. th. in großer Gefahr sein wird, wie sich m. k. th. wohl einbilden kann, dem Klugen genügt dies. Und wie Kinder Israel Erbarmen haben einer mit dem Andern und jeder Mensch seinen Genossen von so einem Tode errettet und dazu einen Mann wie diesen, welcher von vornehmen Leuten ist, und gar hoch ästimiert bei meinem Herrn dem König und bei seinen Ministern, und auch daß m. k. th. viel von ihm gehabt. Und wann schon viel Tausend kosten wird, also ein Brunnen, aus dem man Wasser trinkt, in den soll man keinen Stein hineinwerfen, dieses nicht zu achten und nichts vermeiden sollt, um Gutes zu tun, denn es ist einer von seine Diener hier in Henegau gewesen, er heißt Hilel, der ist auch mit Salomo Halevi bei m. k. th. im Haus gewesen zu Prag und auch in der Stadt Wien. Dieser Diener hat mir gesagt, daß m. k. th. gefaßt ist, in Wien alles zu richten, es sei, was es will. Darum hoffen wir, daß m. k. th. wird sich von alle seine Sachen absondern und wird sich der vorgemeldeten Sache annehmen, um bei den kaiserlichen Hof dieses zu richten, den Salomo Levi bei seinem Leben zu erhalten. Unser Landesrabbiner35 von Elsaß, welche ist ein Bruder des genannten Salomo Levi, hat wollen Euch schreiben, ist aber krank vor großen Sorgen, aber die Frau unseres Landesrabbiners hat geschrieben an ihre Schwester die Witwe des verstorbenen Leb Lipstadt von Wien,86 diese Briefe sind geschickt worden nach Prag an einen guten Freund, welcher mit m. k. th. verwandt ist. Genug für den Klugen. Bitte nochmalen m. k. th. die Sach sich zu recomandiren, und die gemeldete Person frei zu machen, wie man kann. Zwar m. k. th. ist verständig und klug, der Herr kann sich wohl einbilden, daß wenn Gott behüte dieser erwähnte Levi von Metz auf schwere Tortur kommen möchte, daß sonder Zweifel, genug für den Klugen. Wir haben hier in Hengau Brief von Prag, genug für den Klugen. Sonder Zweifel weiß es m. k. th. auch, über Feld darf 15 321