Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 9 (1938)
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 320 (sequence 324)
- Language
- German
- Belongs to
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Und das ist die Abschrift von den erwähnten falschen Briefen, die der Ris und Weisskopf geschrieben haben: 1. Zu Händen mein geliebten Bekannten Schelomo. Ist mir ein Wunder, daß Ihr mir so lange nicht schreibt, bitte Euch diesen eingeschlossenen Brief einzuhändigen an den Primus von Prag, er heißt R. Samuel Tausk Sachs. Selbige ist stets in Wien und ihr könnt auch sehen, was mein Vetter Salomo Gerson von Henigau an Euch schreibt, ich bitte Euch sich die Sachen, w as in dem Brief steht, von dem Primus sich lassen rekomandirt sein, denn es ist eine große Sache. Ihr sollt Euch aber wohl vorsehen mit den Brief von dem erwähnten Salomo Gerson von Henigau, daß er nicht offenbart wird, weil sie aus dem Elsass kommen, Ihr seid klug genug, werdet wissen Euch vorzusehen, weiter hab ich keine Zeit, muß alsogleich auf den Markt Salden. Dies die Worte Leb Turnach. Turnach, den 22. Oktobris 1703. Empfangen den 18. Novembris 1703. 2. Ich wünsch Euch Fried und alles Gute, mein geliebter Freund Salomo. Berichte Euch, daß wir sind noch Alle Gott Dank bei guter Gesundheit, erhoffen desgleichen von Euch, wird Euch nicht ermangeln bis 100 Jahr. Inmittels diesen ist uns ein Wunder, daß meine Tochter Jachetl, welche sich sehr sorgen tut, daß solange von Euch nichts gehört hat, wir hoffen, daß Ihr wiederum bald zu uns kommen werdet oder in die Schweiz. Unterdessen bitte sehr, daß Ihr sollt so gut sein und diesen eingeschlossenen Brief, welcher gehört an den R. Samuel Primus von Prag, welcher sich stets in Wien einfindet, selbigen Brief einzuhändigen und wann Ihr in der Sache auch behilflich sein könnt, also bitte, daß Ihr nicht sparen sollt, und sich wohl vorsehen, daß Ihr Gott behüt nicht in groß Unglück kommt in Wien, weil diese Schriften aus dem Elsass kommen und, daß nicht soll so gehen, Gott behüte, wie es gegangen ist mein Schwager Abraham von Henigau, welcher ist aufgehangen worden in Leipenburg. Ihr seid genug verständig und klug, daß Ihr Euch schon wohl vorsehen könnt. Josef von Preisach läßt Euch grüßen. Ich bitte Euch Ihr sollt reden mit Feiwel Münk, welcher in Preisach geliefert hat, selbiger ist dem Josef schuldig etliche Tausend und er ist heute in Wien, daß er sollte die Gelder übermachen nach Basel zum Kaufmann Hausmann oder Drg. Weiter bitt Euch nochmahlen diesen vorgemeldeten Brief abzuliefern nur ganz heimlich und allein, ich will Euch wieder einmal bedienen. Dies die Worte Gerschons aus Festung Henegau bei der Stadt Basel. Die Hauptsache hab ich vergessen. Vor 14 Tagen bin ich gewesen in Straßburg, ist dort gewesen ein Christ, ein Vornehmer von Schwabischen Hall, selbige droht Euch, wann er Euch bekommt, so will er Euch totstechen, darum nehmt Euch in Acht. Meine Frau und Kinderlech lassen Euch grüßen, meine Tochter Jachetl laßt Euch grüßen. 320 14