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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1938-01-01 · 9 (1938) · p. Seite 319

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
9 (1938)
Date
1938-01-01
Page
Seite 319 (sequence 323)
Language
German
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Wiener Gesandten einen gnädigsten Befehl ergehen lassen, welcher gelautet, daß weil er von dem Ris seine Stückel und bösen Taten nichts gewußt hat, sondern er allererst davon erfahren, alsdann soll der Gesandte sich nicht mehr des Risen annehmen. Nachdem der Ris gespürt hat, daß der preußische König und der Gesandte ihm nicht mehr zugetan ist, hat er sich gefürchtet, er möchte hier in Prag wegen seiner bösen Taten und begangenen Schwindeleien ins Gefängnis kommen, so macht er sich am Erew Jörn Kipur heimlicherweise aus Prag in die Residenz Wien auf und kehrt ein auf den Peter Friedhof bei R. Ber Tabor, der damals dort ein Garkoch war, und bleibt dort über ganz Sukos unter anderem Gesindel und fremde Leute, unter welchen der gemeldete Salomon Weisskopf sich eben auch aufgehalten hat. So erzählt R. Aron Ris dem Weisskopf, was ihm zugekommen ist, und wie der preußische König an seinen Abgesandten einen Befehl wider ihn gegeben hätte und dieses Böse wäre ihm alles widerfahren durch R. Samuel Tausk seine Beschwerde. Darauf antwortet ihm Weisskopf, so wie R. Samuel Euch getan hat, hat er mir ebenso getan, wie ich bin zu Prag gewesen, mir nicht wollen die Spesen nach Wien geben lassen. Und da sagt einer zum anderen, weil jetzt große Kämpfe zwischen unserem Herrn dem Kaiser s. E. w. e. und dem französischen Könige sind, so wollen wir angeben beim kaiserlichen Hofstaate, daß R. Samuel insgeheim durch gewisse bestellte Leute aus Frankreich gegen unseren Herrn den Kaiser durch Briefe korrespondieren täte. Gleich in derselbigen Zeit war in Venedig ein Jude aus der heiligen Gemeinde Metz namens Salomo, Sohn des vornehmen R. Naftali Herz halevi gefangen gewesen, weil er dem Vernehmen nach mit dem französischen König Briefe gewechselt haben sollte. So haben sich die zwei Bösewichte Ris und Weisskopf entschlossen und haben gefälschte Briefe im Namen einiger in Lothringen Elsas und Schweiz unter dem französischen Könige sitzender Juden an R. Samuel Tausk stilisiert und vorteilhaftig zugeschrieben und von R. Samuel verlangt er solle sich bei dem kaiserlichen Hof verwenden, daß der gefangene R. Salomo aus Venedig frei werden könne, und mit Niedertracht in die Briefe die Begründung geschrieben, nämlich vielleicht, wenn der R. Salomo halevi nicht möchte frei werden, werde er offenbaren, was er auf R. Samuel Tausk wisse. Auf diesen Brief haben sie zum Schein einen Überzug gemacht an Salomo Weisskopf, auf den Überzug geschrieben, daß er, Weisskopf, den inliegenden Brief unverzüglich an R. Samuel Tausk einhändigen soll, damit R. Samuel Tausk sein und des gefangenen erwähnten R. Salomo halevi Leben retten könnte. 13 319

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