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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1938-01-01 · 9 (1938) · p. Seite 318

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
9 (1938)
Date
1938-01-01
Page
Seite 318 (sequence 322)
Language
German
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IRI
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Monate Adar 462 bringt R. Samuel Tausk ein Befehl von unserem Herrn dem Kaiser s. E. w. e., daß man den Ris von dem Darschonus abschaffen und absetzen soll, und einen anderen würdigen und geeigneten an seiner Stelle zum Darschan aufnehmen soll. Wie nun der Ris die Befehle vernommen hat, nahm er behende seine Flucht in sein Vaterland nach Berlin und dort vom König von Preußen s. E. w. e. und Herzog von Brandenburg an unseren Herrn den Kaiser s. E. w. e. eine Recomandation ausgewirkt und erhalten dahingehend, daß er zu den sonst gewöhnlichen fünf Vorstehern als sechster Rosch hakohol zugesetzt werden soll.31 Darüber haben sich die Gemeindevorsteher sehr entsetzt und sich unterredet von dieser bösen Tat, die sich der Ris vornimmt, daß er wider so viele allergnädigst ergangenen Rescriptionen auch wider so viele alte Tekanoth sich widersetzt, daß es nicht zu verschmerzen und nicht zu dulden wäre, daß endlich Gott, gelobt sei Er, ein Tag geschickt hat, daß er sein Parnes hachodos32 manchmal aus Unverstand und manchmal aus Trotz den Gerechten ungerecht und den Ungerechten gerecht machen wollen und auch sogar in Rechtssachen viel Grobheiten und Fehler begangen, worüber die Vorsteher gezwungen gewesen mehrmalen Beratungen abzuhalten und zu beschließen, solches alles nicht allein bei unserem gnädigen Herrn dem Kaiser sondern auch dem Könige von Preußen und Herzog von Brandenburg, bei dem er doch allezeit Bekanntschaft zu suchen vermeint, bekannt machen zu müssen, und die Risschen Fälschungen anzuzeigen. So ist den Vorstehern, d. G. 1., beigefallen, daß in Berlin eine gewisse vornehme Frau, Ester,83 die Tochter R. Samuels R. Jekels aus Prag, die Witwe des berühmten Vorstehers R. Juda Berlin sei. And. wohne, diese Frau mit ihrem Sohn dem berühmten Vorsteher R. Isak und ihre anderen Kinder und Brüder sind als Hofjuden bei dem König von Preußen sehr beliebt. So haben die Vorsteher den angesehenen R. Abraham Sohn des R. Dawid Ginspurg34 aus Prag zu dieser angesehenen Frau nach Berlin geschickt, damit er ihr zu Herzen rede und von Risens Taten erzähle, die nicht möglich wäre zu dulden, weil es der heiligen Gemeinde sehr zu Schaden ist. Wie R. Abraham Ginspurg nach Berlin gekommen ist, tat ihm die vornehme Frau großen Kowed an mit guten Worten, im Essen und Trinken, er hat ihm aber weder Essen noch Trinken geschmeckt, bis er zuvor alles, was ihm von den Vorstehern aufgetragen worden ist, erzählt hat. Als die vornehme Frau seine Rede vernommen, gab sie zur Antwort, sie wollte um Gottes g. s. E. willen und der heiligen Gemeinde willen in dieser Angelegenheit bei dem König von Preußen s. E. w. e. interveniren. Und sie ging gleich zu dem König von Preußen s. E. w. e. und brachte mit Bitten und Weinen ihr Ansuchen vor, darauf hat der König an seinen 318 12

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