Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 9 (1938)
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 315 (sequence 319)
- Language
- German
- Belongs to
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Es war in der heiligen Gemeinde Prag ein gewisser Mann, das Haupt, der Führer, khrr Samuel Sohn des hrr Isak, R. Israels aus der Familie Tausk und derselbe Mann war ein gottesfürchtiger Mann. Gott, gelobt sei Er, gab ihm Gunst in den Augen unseres Herrn, des Kaisers s. E. w. e. er war geachtet und sehr angesehen in der Stadt Prag und in anderen Ländern und wegen seiner Frömmigkeit und Ehrlichkeit war er Rosch hakohol und Primus der heiligen Gemeinde Prag. Er war ein großer Stadlan, ging auch gar häufig nach der Residenz Wien um bei dem königlichen Hofe sich zu verwenden wegen der gesamten Judenheit in der heiligen Gemeinde Prag, daß ihnen Gnade und Barmherzigkeit geschehe. Er hat auch durch viele Arbeit und Intervention erreicht, daß alle die von dem vornehmen R. Mordechai Meisel sei. And. stammenden Grundstücke, Plätze (Synagogen?) und ganz besonders die mit Gold, Silber und viel Perlen gestickten heiligen Gewänder Perochoth und Mäntelchen wiederum an unsere Gemeinde frei ausgehändigt wurden. So hat auch der vornehme R. Samuel weiters erreicht 1. daß der von dem vornehmen R. Mordechai Meisel vor vielen Jahren gebaute Badhof der über 40 Jahre verödet und tatsächlich zu einem Orte für Misthaufen geworden war, wieder ausgeräumt und mit einem schönen wunderlichen Bau versehen wurde und von zwei Seiten zu diesem Badhof ein großer Platz mit zwei neuen noch niemals gewesenen Toren wieder neu hergerichtet wurde. 2. Hat sich verlaufen durch entartete Juden, daß man lange Zeit nicht dürfen darschenen,26 wie es Sitte von alter Zeit her gewesen, alle Sabbate und Feiertage und die Kinder Israel unterweisen ihr Gesetz und Recht nach der Lehre Moses, also hat der vornehme R. Samuel durch die Gnade unseres Herrn des Kaisers s. E. w. e. erwirkt, daß man alle Sabbate und Feiertage darschenen dürfe, wie seit je her. 3. hat er bewirkt, daß man die Judengassen wieder mit Toren versehen und abgeschlossen hat. 4. hat pflegen zu sein in Prag die Übung, wenn Juden ihre Steuern schuldig gewesen sind und haben sie nicht zur Zeit abgeführt, daß man hat ... getan und den Tandelmark gesperrt, den Ort ... Verdienst haben, und auch Soldaten in die Häuser gelegt. So er ... alle Jahre Auslagen zu Tausenden und Zehntausenden aufgegangen und darüber ihre Steuern an unseren Herrn den Kaiser s. E. w. e. keinmal haben bezahlen können. So hat der erwähnte R. Samuel von unserem Herrn dem gnädigen Kaiser s. E. w. e. es geschrieben und besiegelt gebracht, daß dergleichen Zwangsmittel weiter nicht gebraucht werden sollen, sondern nur solche, daß die Juden keine Ausgaben damit haben, damit diese Ausgaben zu Steuer genommen werden können, die Steuern zu bezahlen. 9 315