Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1938-01-01 · 9 (1938) · p. Seite 313

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
9 (1938)
Date
1938-01-01
Page
Seite 313 (sequence 317)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2644300-2644309--4119-2648468
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

jüdischen Geschäfte gegenüberstanden, bis aus Pisek herangezogenes Militär wieder Ordnung schuf. Der 25. Adar wurde für die künftigen Geschlechter als Gedenk- und Freudentag festgesetzt.186 III. Formales zur Megillath Samuel. Charakteristik der Hauptpersönlichkeiten. Die Handschrift der Magillath Samuel stammt aus der Bibliothek Carmolys, mit der sie an die Stadtbibliothek zu Frankfurt a. Main kam. Dr. A. Freimann veröffentlichte sie in den Schriften des Mekize nirdamim im Sammelbande des Jahres 1899 mit einer umfassenden Einleitung und zahlreichen Anmerkungen, die bei der vorliegenden erstmaligen Übersetzung weitgehend benützt wurden. Wie Freimann beweist, ist die Niederschrift vor 1720 erfolgt, wahrscheinlich von dem Verwandten des Helden der Megilla, des Primus19 Samuel Taussig,20 dem in der Megilla mehrfach erwähnten Chaim Taussig, der den Primus auch auf seinen Reisen begleitete. Für seine Autorschaft spricht vor allem die anspruchslose bescheidene Art, in der von ihm gesprochen wird, ohne jegliches Epitheton ornans, das sonst bei den zahlreichen angeführten Personen niemals fehlt. Die Hauptperson der Megilla ist, wie schon erwähnt, Samuel Taussig, auch Samuel Saxl Taussig genannt. Samuel Taussig war der Sohn des Primus Isak Taussig,21 der lange Zeit bis zu seinem Tode 1691 an der Spitze der Prager Judengemeinde stand, dem die Grabschrift unter vielem anderem nachrühmt, daß er sein Leben für die Gemeinschaft gewagt habe (Hock, Familien Prags, S. 142 a), nicht minder gerühmt wurde seine Mutter Muskat, die in ihrem Hause ein Lehr- und Bethaus gründete; sie starb 1719 (Galed Nr. 146). Auch sein Großvater, Isaks Vater, Meir Tausig, nahm in der Prager Judenstadt eine bedeutende Stellung ein (Hock, ibid. 140b i. a. 429). Samuel Taussig übernahm nach dem Tode seines Vaters das Amt des Primus und verwaltete es mit außerordentlicher Hingebung und Geschick; auch die Erfolge blieben nicht aus. So gelang es ihm, wesentliche Steuererleichterungen für die Prager Juden zu erreichen, er erhielt auch einen Teil der Meiseischen Grundstücke vom Fiskus zurück und brachte die lange Zeit verschollenen, kostbaren, von Mordechai Meisel gewidmeten Paramente22 der Meiselsynagoge zustande. Besonders verdient machte er sich um die Ausschmückung und die Wiedereröffnung der fast seit dem Brande von 1689 geschlossen gebliebenen Altschul.23 Er erneuerte die von Meisl errichtete Mikwa, versah die Judenstadt mit neuen Toren und erreichte es 7 313

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.