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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1938-01-01 · 9 (1938) · p. Seite 287

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
9 (1938)
Date
1938-01-01
Page
Seite 287 (sequence 292)
Language
German
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Hersehl hat es durch seinen weitverzweigten Handel zu großem Reichtum und Ansehen gebracht. Er wurde zum Primator der Nachoder Judenschaft, welches Ehrenamt er viele Jahre inne hatte, und in den achtziger Jahren sogar zum Delegierten der böhm. Landesjudenschaft gewählt. Durch seine ausgebreiteten und großangelegten Geschäfte hatte er auch viele Prozesse zu führen, so daß sein Name in dieser Verbindung sehr häufig in den Akten und in den Stadtbüchern zu finden ist. Großen Handel betrieb auch Isak Zachrias Schulsinger, ein Sohn des nach Breslau übergesiedelten Münzmeister Zacharias Lazar und der Gitele. Er war zunächst Kantor und Beglaubigter der Nachoder Judengemeinde, wurde aber auch dann ihr Ältester. Zu den Großkaufleuten gehörte auch Jonas Feischi, der häufig zur Leipziger Messe fuhr und 1709 Primator der Judengemeinde war. V. Die Rabbiner. Die Nachoder Judengemeinde hatte, wie alle größeren Gemeinden Böhmens, einen eigenen Rabbiner. Am 23. Dezember 1656 ersuchten die Judenältesten die fürstl. Herrschaft um die Erlaubnis, einen Rabbiner aufnehmen zu dürfen. Wann die Herrschaft dem Wunsche der Ältesten entsprochen hat, ist uns nicht bekannt. In der Konsignation vom Jahre 1670 wird ,,Salomon der alte Rabin" genannt, der somit der erste Rabbiner in Nachod gewesen sein dürfte. Nach dessen Tode wurde der berühmte Prager Talmudgelehrte Jecheskel Sohn des Isak Kindeies zum Rabbiner der Nachoder Judengemeinde gewählt. Jecheskel Kindeies ist, wie er in der Vorrede zu seinem 1695 in Prag erschienenen Werke ,,Mareh Jecheskel Katon" ausführt, im Jänner 1680 wegen der stark um sich greifenden Pestseuche aus Nachod nach Dimokur geflüchtet, wo er sich im Hause eines Christen ein Jahr lang aufhielt und ein großes Werk von 200 Bogen verfaßte. Er kehrte dann nicht nach Nachod zurück, sondern begab sich nach Prag und wirkte dort als Oberjurist des Prager Rabbinatskollegiums. Während seiner jahrelangen Wirksamkeit in Nachod hat er sich die Anerkennung und die Zuneigung aller Gemeindemitglieder erworben, so daß er am 10. September 1687 in einer Versammlung der Ältesten, der Tempelvorsteher und der Vornehmen der Gemeinde abermals zum Nachoder Rabbiner gewählt wurde. Nach dem erhaltenen Aufnahmsscheine war es, nebst der selbstverständlichen Pflicht eines Rabbiners, das religiöse Verhalten der Mitglieder zu überwachen und religionsgesetzliche Fragen zu entscheiden, ferner seine Aufgabe, der Gemeinde Recht zu sprechen und ihr in Predigten und in Vorträgen die religiösen, ethischen und moralischen Grundsätze des Judentums beizubringen. Gleichzeitig hatte er auch das 17 287

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