Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 9 (1938)
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 285 (sequence 290)
- Language
- German
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13. Elias Bresnitz24* und seine Nachkommen seien von Nachod und von Skalitz für ewig ausgeschlossen. 14. Den Nutzen der Obrigkeit hätten sie nach Möglichkeit zu fördern und ihren Befehlen stets gehorsamst nachzukommen. 15. Diejenigen Juden, die mit behördlichem Konsens eines der 10 Häuser erbaut hätten, gegenwärtig jedoch darin nicht wohnen, weil sie sich anderswo im Lande aufhielten und dort gute Geschäfte betrieben, ihr Haus jedoch gegen Zahlung eines großen Mietzinses anderen Juden überlassen hätten, sollten aufgefordert werden, entweder nach Nachod zurückzukehren und daselbst ihren dauernden Wohnsitz einzunehmen, oder ihr Haus gegen Zurückerstattung der Baukosten der Obrigkeit zur Verfügung zu stellen, die dann damit nach ihrem Willen disponieren würde. 16. Bei Nichteinhaltung der in diesem Reverse übernommenen Obliegenheiten seien die Fürstin und ihre Nachkommen berechtigt, ihnen Stadt und Häuser zu verbieten, ihnen den Handel zu untersagen und mit ihnen frei zu verfügen, wogegen sie kein Rechtsmittel zu ergreifen befugt wären. Der Revers wurde von den Vertretern der Nachoder Judenschaft hebräisch unterschrieben und mit dem Siegel der Stadt versehen. Als Anhang zum Reverse folgt eine „Consignation derer in und bei der Stadt Nachod, wie auch im Städtchen Skalitz zu verbleiben verwilligten Juden". Diese Konsignation zählt in Nachod 40 Familien mit 188 jüdischen Personen und in Böhm.-Skalitz 11 Familien mit 44 jüdischen Personen auf. Insgesamt lebten im Jahre 1670 in den beiden Städten 232 Personen. — (Vergleiche Beilage II.)25 Ihrem Versprechen gemäß hat die Fürstin tatsächlich in den folgenden Jahren fünf neue Häuser für die Juden erbauen lassen. Im Laufe der nächsten Jahrzehnte wurde den Nachoder Juden gestattet, ihre Häuser durch Umbau zu vergrößern und zu erweitern, ja sogar drei neue Judenhäuser zu errichten, so daß den Juden zu Beginn des 18. Jahrhunderts bereits 18 Häuser zur Verfügung standen. In der Nachoder Judenkonsignation vom 1. März 1724 steht hierüber folgender Vermerk:26 „Die obspezifierten jüdischen Eheleute besitzen in der Stadt Nachod 13 bürgerliche, dann 5 herrschaftliche Häuser, sammt einem Betstübel, nebst Synagog in der Stadt, außer der Stadt aber einen jüdischen Begräbnisort nebst einer dabei befindlicher Chaluppa." Die Anzahl der Nachoder Juden war in den darauffolgenden Jahren stets im Steigen begriffen. Die Zunahme erfolgte nicht allein durch die natürliche Vermehrung, sondern auch durch Einheirat ortsfremder Juden, die allerdings mit behördlicher Genehmigung erfolgten. Welche Schwierigkeiten jedoch die Unterbringung dieser stets zunehmenden 15 285