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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1938-01-01 · 9 (1938) · p. Seite 247

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
9 (1938)
Date
1938-01-01
Page
Seite 247 (sequence 248)
Language
German
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Königgrätz Trotzdem sich die Zuschrift des Stadtrates nicht erhalten hat, gibt die sorgfältig vorgenommene Spezifikation eine anschauliche Übersicht über die Bewegung der jüdischen Bevölkerung von Königgrätz in den Jahren 1646—1650. Dem Kustos wurde nämlich zugleich mit einer im Jahre 1650 vorgenommenen Konskription ein Verzeichnis der in der Stadt im Jahre 1646 wohnhaften Juden zugesendet, in welchem Namen, Alter und zuweilen auch der Beruf der Juden angeführt erscheint. Eine wertvolle Ergänzung des Verzeichnisses vom Jahre 1646 bilden die beigefügten Anmerkungen, in denen angegeben ist, wer wo in dem betreffenden Jahre starb, sich verheiratete, eventuell, in welche Stadt er übersiedelte. Durch eine Vergleichung der beiden Verzeichnisse läßt sich sicherstellen, daß in Königgrätz im Jahre 1650 nur 42 Juden wohnten, somit ihre Zahl gegenüber dem Stande vom Jahre 1646 um zehn Personen gesunken war. Ursache dieser natürlichen Reduktion war die unverhältnismäßig große Kleinkindersterblichkeit, die offenbar mit den Drangsalen der letzten zwei Jahre des dreißigjährigen Krieges zusammenhing. Es ist sicherlich auffallend, daß unter den 12 in den Jahren 1646—1650 verstorbenen Personen acht unter zwölf Jahre alte Kinder waren. Und diese, man kann sagen, Kriegsabnahme wurde durch den natürlichen Zuwachs nicht aufgewogen, denn in den letzten vier Jahren waren in Königgrätz nur drei Kinder geboren worden. Aus der Konskription ist weiters ersichtlich, daß die Juden sich in Königgrätz nicht angekauft hatten, sondern in Christenhäusern zur Miete wohnten. Die Abnahme der Juden im Jahre 1650 kam auch in ihrem Wohnungswechsel zum Ausdruck. Im Jahre 1646 wohnten sie in drei Häusern, die sie zur Gänze gemietet hatten (im Jahre 1650 nur in zwei Häusern), und bei zwei Bürgern in Miete (im Jahre 1650 bei drei Bürgern).6 (Beilage II.) Chrudim Nach einem von Abraham Hypen (Ipen) dem Stadtrate abgegebenen Einbekenntnisse lebten in Chrudim lediglich zwei jüdische Familien (im Ganzen 13 Personen), die aber nicht in der Stadt angekauft waren, sondern in zwei Christenhäusern im sogenannten Pachower Viertel, zur Miete wohnten.7 (Beilage III.) 5 247

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