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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1938-01-01 · 9 (1938) · p. Seite 212

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
9 (1938)
Date
1938-01-01
Page
Seite 212 (sequence 213)
Language
German
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1 s I I j I mann versprochen hatte, für die Bezahlung der Schulden zu sorgen, eine j nicht geringe Provision darstellt. Der Frau Tucikovsky zahlten sie | 8% Zinsen, außerdem mußten sie ihr die Wolle zum doppelten Marktj preise abnehmen und ihr Waren aus ihrem Laden unter dem Einkaufs-! preis liefern, wenn sie das Geld zum Fälligkeitstermine nicht zurück-! zahlen, sondern weiter behalten wollten.21; Die Brüder Hesky sagten weiter aus, daß die Neuhauser Tuchmacher j wie auch die Linzer Kaufleute die ihnen kreditierten Waren zu einem! übermäßig hohen Preise lieferten, weshalb sie an denselben große Ver- I luste erlitten. So haben sie bei den von der Witwe Reichel abgenommej nen Tuchen einen Reichstaler per Stück verloren. Bei den ihnen von I Prokop Runde gelieferten Tuchen und Zeugen haben sie mehr verloren, als die ganze Schuld an denselben ausmacht. So haben sie 48 Stück 1 Zeuge, die er ihnen zu 18 fl. berechnet, zu 10, ja manche Stücke sogar zu 5 fl. verkaufen müssen. Und da sie von Runde Jahre hindurch alljährlich Tuche und Zeuge im Werte von 500 bis 600 fl. rh. abnahmen, so sei ihr Bankrott erklärlich.22; Auf die Frage, in welcher Weise sie den Gläubigern die Schulden bezahlen wollen, boten sie dem Svoboda halbjährige Zahlungen per 20 fl., dem Lausecker und dem Hammer solche per 5 fl., dem Runde per 8 fl. und dem Tucikovsky per 10 fl. (die sie dann auf 12 fl. erhöhten), welches Angebot von den Gläubigern als unannehmbar zurückgewiesen wurde. Die Juden erklärten jedoch, daß sie sich zu höheren Zahlungen nicht verflichten können, da sie, wie sie überzeugt seien, dieselben zu bezahlen nicht in der Lage sein werden. Hierauf erklärte Tucikovsky, er habe erfahren, daß die Schuldner in Brtnice bei ihren Glaubensgenossen ein beiseite geschafftes Lager haben, was diese bestritten. Der Teltscher Winkelschreiber Vogel gibt als Zeuge an: Als er dem Teltscher Juden Mendel in dessen Wohnung ein „Supplikat" schrieb, sagte ihm dieser, er wisse wohl, wo die Brüder Hesky ein Lager beiseite geschaffter Waren haben. Mendel mit Vogel konfrontiert, leugnet, diese Äußerung getan zu haben, doch Vogel beharrt bei seiner Aussage. Nur mit dem Teltscher Dekan kommt ein Vergleich zustande, wonach die Schuldner sich zu halbjährigen Zahlungen von 15 fl. verpflichteten. Die kommissionelle Verhandlung blieb also fast ergebnislos, wovon der Graf durch die Übermittlung des von der Kommission unterfertigten Protokolls und eines Berichtes vom Teltscher Magistrat verständigt wurde. Das negative Ergebnis erregte den Unwillen des Grafen und er faßte den Entschluß, nunmehr durch strengere Maßnahmen von den Juden die volle Bezahlung der Schulden an sämtliche Gläubiger zu erzwingen. Doch erfahren wir über den weiteren Verlauf des gerichtlichen 212 14

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