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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1938-01-01 · 9 (1938) · p. Seite 207

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
9 (1938)
Date
1938-01-01
Page
Seite 207 (sequence 208)
Language
German
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und in ihrer Umgebung als reiche Juden. Außer einem gemeinschaftlichen Laden, worin sie Leder, Seide, Schnitt-, Kurz- und Spezereiwaren feilboten, betrieben sie auch noch einen engros-Handel mit Tuch und Seidenwaren und waren regelmäßige Besucher der Linzer Jahrmärkte, wo sie Seiden- und verschiedene „Cramwaren" für ihr Geschäft einkauften. So oft Graf Ferdinand Wilhelm Slawata in Geldverlegenheit war, halfen sie ihm mit Darlehen aus. Am 15. März 1667 liehen sie ihm auf einen Schuldschein 300 fl. rh. und am 18. Feber 1669 quittierte er dem Moses Hesky über den Empfang von 1000 fl. als Darlehen.18 In Teltsch zweifelte niemand an ihrer Kreditfähigkeit. Kein Wunder, daß nicht nur der Teltscher Dekan, sondern auch der Hauptmann der Teltscher Grundherrschaft ihnen für die damalige Zeit nicht geringe Beträge als Darlehen gaben, ja, daß letzterer sogar für dieselben bei Neuhauser Tuchmachern und Kaufleuten intervenierte, damit sie denselben Waren auf Kredit liefern. Im Jahre 1677 gerieten die Brüder Hesky mit einem Passivum von 6127 fl. in den Konkurs. Als Hauptgläubiger meldete sich: 1. Der Teltscher Dekan mit einer Forderung von 650 fl., welche Forderung dadurch, daß der Dekan eine Schuld des Pfarrers von Urbanov an die Brüder Hesky im Betrage von 50 fl. trotz dem Proteste der letzteren eigenmächtig sich auszahlen ließ, sich auf 600 fl. ermäßigte. 2. Der Hauptmann der Teltscher Herrschaft mit einer Forderung von 900 fl., welche durch den Besitz eines Ringes als Pfand im Werte von 238 fl. 20 kr. und durch Rückzahlungen im Baren und mit aus dem Laden gelieferten Waren im Werte von 100 fl. sich auf 566 fl. 40 kr. ermäßigte. 3. Der Teltscher Grundbesitzer Adam Tucikovsky mit einer Forderung von 500 fl., die seine zweite Frau im Witwenstande den Brüdern als Darlehen gegeben hatte. 4. Der Neuhauser Kaufmann und Ratsherr Johann Svoboda (der sich auch „Johann Frey" unterschrieb) mit einer Forderung von 549 fl. 51 kr. Über die Entstehung dieser Schuld gibt er in einer Eingabe an den Grafen Slawata folgendes an: Vor einigen Jahren erhielt er einen Brief von dem Teltscher Hauptmann des Inhaltes, er möge auf dem Linzer Jahrmarkte bei Linzer Kaufleuten die Garantie für den Brüdern Hesky auf Kredit zu liefernde Waren übernehmen. Er, der Hauptmann, werde „als Obrigkeit" dafür sorgen, daß die Juden die Beträge für die kreditierten Waren zum vereinbarten Termine pünktlich bezahlen. Svoboda ließ ihnen hierauf von Linzer Kaufleuten Jahre hindurch Waren auf Kredit gegen seine Garantie ausfolgen, die sie immer pünktlich bezahlten. Doch im Jahre 1677 stellten sie die Zahlungen ein, weshalb Svoboda auf dem Linzer Bartolomäus-Jahrmarkte auf Veranlassung der Linzer Gläubi- 9 207

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