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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1938-01-01 · 9 (1938) · p. Seite 200

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
9 (1938)
Date
1938-01-01
Page
Seite 200 (sequence 201)
Language
German
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schon nach der ersten Vertreibung der Juden aus Wien im Jahre 1426 gegründet worden wäre, kann, da er für diese Behauptung keine Quellen angibt, nicht auf ihre Richtigkeit geprüft werden. Um das Jahr 1570 wohnte in Teltsch ein Jude namens Isak3 und im Jahre 1580 wohnte daselbst laut Eintragung in den Teltscher Stadtbüchern der Jude VeitI im eigenen Hause, welches am Teltscher Ringplatz in der Nähe der Heiligengeist-Kirche lag, von dem er einen jährlichen Zins von zwei Groschen an die Herrschaft entrichtete.4 Dieses Haus gehörte im Jahre 1654 dem Juden Simerle, der einen jährlichen Zins von fünf Groschen an die Herrschaft entrichtete.5 Der Teltscher Jude Salomon lieferte im Jahre 1590—1596 Spezereiwaren für das Teltscher Schloß. Er lebte noch im Jahre 1615 in Teltsch.6 Im Jahre 1618 wohnten in Teltsch drei jüdische Familien in einem jüdischen Hause. Im Jahre 1624 kam eine vierte jüdische Familie hiezu. Es war dies der Prager Ezechiel Hesky, der mit Erlaubnis der Grundherrschaft von dem Teltscher Bürger Vit Cizovsky ein in der Gasse hinter der Herrschaftsküche gelegenes Haus um den Preis von 130 Schock kaufte, von welchem Kauf Schilling er 25 Schock sogleich erlegte, den Restbetrag vom Jahre 1625 an in Jahresraten per 6 Schock abzahlte. Diese beiden Häuser blieben in jüdischen Händen bis zum Jahre 1727, wo dieselben, da sie in der Nähe der Spitalskirche des Heiligen Geistes lagen, auf Grund des kaiserlichen Patentes vom Jahre 1727 von der Obrigkeit enteignet, indem den Juden andere zwei Häuser in der Gasse hinter den Fleicshbänken eingeräumt wurden, welche Gasse von nun an die Judengasse genannt wurde.7 Während des Dreißigjährigen Krieges verließen die Juden aus irgendeinem unbekannten Grunde die Stadt Teltsch, die beiden jüdischen Häuser standen unbewohnt und befanden sich bald im baufälligen Zustande. Gegen Kriegsende erteilte Adam Paul Graf Slawata, der statt seines nunmehr in Wien wohnenden Vaters Wilhelm die Slawataschen Güter verwaltete, den Brüdern Josef und Moses Hesky, wahrscheinlich Verwandten des Ezechiel Hesky, die Erlaubnis, das Haus des letzteren zu kaufen, es neu aufzubauen und sich in demselben niederzulassen. Dafür verpflichteten sie sich, außer allen anderen Steuern und Abgaben das volle Schutzgeld im Betrage von 25 fl. 40 kr., welches früher die Teltscher jüdische Gemeinde an die Herrschaft abführte, für alle Zukunft aus eigenen Mitteln zu entrichten. In den folgenden Jahren wurde noch einigen jüdischen Familien die Niederlassung in Teltsch bewilligt, was Bürgermeister und Rat um das Jahr 1650 veranlaßte, sich in einer Bittschrift an den in Wien weilenden Grafen Wilhelm Slawata über die Vermehrung der Juden in Teltsch zu beschweren und um die Festsetzung eines Numerus clausus für dieselben 200 2

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