Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 9 (1938)
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 196 (sequence 198)
- Language
- German
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48 Hosius an Santa Fiore, 1561 März 18; vgl. Nuntiaturberichte aus Deutschland II, 3, 366, Note 5. 49 Ungedruckt. 50 Siehe oben S. 176. 51 ,,Questi infelici Hebbrei44 schrieb Nuntius Delfino am 15. April 1562 an Maximilian IL, ,,se raccomandano a Vostra Serenita, et io per novo ordine venutomi da Roma convegno raccomandarli ancho a la Maestä Ces." Nuntiaturberichte aus Deutschland II, 3, 366, Note 6. Ich habe dort bemerkt, daß die hier erwähnte Weisung an Delfino nicht erhalten sei, d. h. sie ist in das Amtsregister der Weisungen nicht eingetragen. Aber das ist kein zwingender Beweis, daß eine solche Weisung Borromeos an Delfino nicht ergangen sei; denn es sind nicht alle an Delfino erlassene Weisungen in diesem Register eingetragen; vgl. Nuntiaturberichte a. a. O., S. XIV. Es ist jedoch möglich, daß in dem vorstehenden Schreiben Delfinos an Maximilian IL unter „ordine venutomi da Roma44 nicht eine Weisung Borromeos gemeint ist, sondern ein Auftrag von jemandem anderen in Rom. In letzterem Falle wäre an den Kardinal-Kämmerer Santa Fiore zu denken. Ein analoger Fall ist aus dem Schreiben des Nuntius Hosius an Santa Fiore vom 18. März 1561 (Nuntiaturberichte a. a. O., S. 366, Note 5) ersichtlich. 52 Wie alt Salomo gewesen ist, als sein Vater Mardochai 1562 oder 1563 die Reise nach Rom unternahm, läßt sich nicht feststellen. Er wird zuerst 1569 in Verbindung mit seinen vier Brüdern: Pesach, Bezalel, Gerson Israel und Samuel in einem Werke genannt, das Mardochai mit seinen fünf Söhnen druckte (vgl. Lieben a. a. O., S. 97). Aus Urkunden von 1598 und 1600 (Bondy Dworsky 2, Nr. 930 und 960) geht hervor, daß Salomo vier Söhne hatte: Phüipp, Moses, Benjamin und Hefman, von welchen drei verheiratet waren. Aus einer Urkunde vom 13. Jänner 1599 (Bondy Dworsky 2, Nr. 945) ergibt sich, daß Salomo damals bereits verstorben war. Aber erst am 7. Dezember 1600 erfolgte die Erbteilung zwischen den drei Söhnen (Bondy Dworsky 2, Nr. 960), Phüipp war bereits vor dem 21. Mai 1599 gestorben. Salomo war noch im Jahre 1598, also ein Jahr vor seinem Tode, eine neue Ehe eingegangen und zwar mit Frumet, wie man aus der Anweisung einer Morgengabe von 800 Gulden an diese ersieht. Über Mardochai findet sich eine Bemerkung in der Chronik Zemach David. Es heißt dort, Mardochai Zemach seligen Andenkens sei der älteste Mann von Prag und sehr wahrheitsgetreu gewesen (Bondy Dworsky 2, Nr. 1207). Mehr erfahren wir über seine Persönlichkeit nicht und es ist völlig unbekannt, ob er über seine Erlebnisse während der Zeit der Ausweisung seinen Söhnen irgend welche Mitteilungen gemacht hat. 53 Sie ist der Ausgabe der Chronik Emek Habacha von M. Wiener entnommen (S. 111/12). 54 In Wirklichkeit haben Bürgermeister und Räte der drei Prager Städte, welche über die bevorstehende Ausweisung der Juden aus Böhmen unterrichtet waren, diese Maßregel begrüßt. Vgl. das Schreiben der drei Prager Städte an Erzherzog Ferdinand vom 22. Juli 1557 (Bondy Dworsky 1, Nr. 581). Vielleicht ist in unserer Erzählung aber doch ein Körnchen Wahrheit zu finden. Auf dem Landtage, der in Prag im Oktober 1561 gehalten wurde, wurde von den beiden Ständen der Herren und Ritter beschlossen, für die weitere Duldung der Juden bei Kaiser Ferdinand I. einzutreten, da die Zahl der Juden recht klein sei und sie auf ein Privüeg des Königs Wladislav II. sich berufen, wonach sie aus Böhmen niemals vertrieben werden sollten (a. a. O. 1, Nr. 629). Gemeint ist das Privileg Wladislavs II. vom 10. März 1510 (a. a. O. 1, Nr. 338). Es waren also nicht die Einwohner von Prag, sondern der hohe und niedere Adel (der auf seinen Herrschaften Schutzjuden angesiedelt hatte und von ihnen Einkünfte bezog). Es ist auch keine Rede davon, daß die Adeligen den Kaiser fußfällig gebeten hätten und sie haben auch ihre Fürbitte für die Juden ganz anders begründet als unsere Erzählung sagt. 196 26