Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 9 (1938)
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 193 (sequence 195)
- Language
- German
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17 Brandeis illustrierter israelitischer Volkskalender für das Jahr der Welt 5646. Fünfter Jahrgang, S. 81 ff. 18 Man kann aus dem Votum der Hofkammer von 1673 (vgl. G. Wolf „Die Juden in der Leopoldstadt44, Wien 1864, S. 106 und Pribram „Urkunden und Akten zur Geschichte der Juden in Wien" 1, S. 257, ersehen, daß damals die Räte dieser Behörde die Ursachen der vor einem Jahrhundert erfolgten Vertreibung der Juden aus Böhmen nicht mehr kannten. Aber dieses Ergebnis ist für unser Thema belanglos. Die Erzählung von dem angeblich gotteslästerlichen Buche dürfte darauf zurückgehen, daß im Jahre 1560 den Juden von Böhmen alle hebräischen Bücher abgenommen wurden, um festzustellen, ob sie Lästerungen der katholischen Religion enthielten. 19 Band 6, S. 228. Dubnow konnte als Erster das Quellenwerk von Bondy Dworsky, das 1906 erschienen war, benützen. Den früher genannten Forschern (Zuns, Hock, Graetz und Wolf), deren Schriften in den Jahren 1844—85 veröffentlicht worden sind, stand nur ein geringes Quellenmaterial zur Verfügung. 20 Diese Angabe ist falsch. Die ,,ebenerwähnte Quelle44, auf die sich Dubnow bezieht, ist dieselbe, aus welcher der vorhergehende Satz stammt, daß Kaiser Ferdinand erklärt habe, er habe das Gelübde abgelegt, das Land von den Juden (nicht von den „Ungläubigen44, wie Dubnow sagt) zu befreien. Diese Quelle ist der sogenannte Corrector, der Fortsetzer des Emek Habacha. In dieser Quelle wird jedoch Mardochai gar nicht genannt und sie berichtet auch nicht, daß der Kaiser nach Lösung von dem Gelübde den Juden die Bewilligung zum weiteren Aufenthalte erteüt habe. Diese Nachricht findet sich nur in der Anmerkung im Zemach David. 21 B'nai B'rith, Monatsblätter der Großloge für den Cechoslovakischen Staat, 1934, Jännerheft, S. 5—12. 21» ich muß hier meines bereits verstorbenen Freundes Dr. Ludwig Singer in Dankbarkeit gedenken, der mich gleich nach Erscheinen des Heftes auf einen Fehler aufmerksam gemacht hat. 22 Aus der Zeit von 1560, Februar 3 bis 1563, September 12. Es sind 21 von Sekretären geschriebene Breven und 8 Handschreiben des Papstes. 23 Emek Habacha des R. Josef ha Kohen aus dem Hebräischen ins Deutsche übertragen von Dr. M. Wiener, Leipzig 1858. 24 Ebenda, S. 100-101. 25 Vgl. Diamant, Paulus Weidner von Billerburg (1525—1585) S. A. aus den Mitteilungen des Vereines für Geschichte der Stadt Wien. Band 13/14, S. 6. 26 Aber die Angabe, daß die Zahl der Familien, die nach der Ausweisung von 1559 für kurze Zeit in Prag bleiben durften, 200 betragen habe, stimmt mit den amtlichen Dokumenten nicht überein. 27 Bondy Dworsky 1, Nr. 619, 622. 28 Hock in Gal-Ed, S. 10. 29 im Zemach David I, 53 b, ad a. 856 (= 1096) beruft sich David Gans auf die Chronik des R. Joseph ha Cohen, in welcher die Verfolgung der Juden in diesem Jahre ausführlich geschildert sei. Gemeint ist die Stelle in Emek Habacha (Übersetzung von Wiener, S. 9 ff.). Auch das Kapitel in Zemach David I, 62 a, ad a. 301, über die Vertreibung der Juden aus Böhmen durch Ferdinand I. im Jahre 1541 zeigt sehr deutlich, daß Emek Habacha, S. 83, ad a. 302, als Vorlage gedient hatte. 30 In Emek Habacha wird dem wirklichen Verlaufe entsprechend zuerst die Vertreibung von 1559 (die mit Georgi dieses Jahres begann), dann der Brand im Ghetto (am 22. Juni 1559) und schließlich die Beschlagnahme der hebräischen Bücher und ihre Rückgabe (1560—1561) erzählt. Im Zemach David wird dagegen zuerst die Beschlagnahme der hebräischen Bücher, dann der Brand im Ghetto und schließlich die Vertreibung der Juden erzählt. 31 Emek Habacha (Deutsche Übersetzung von Wiener), S. 111. 32 Ebenda, S. 111—123 zu den Jahren 1556 bis 1575. Wiener sagt in dem Vorworte S. XII, daß der Corrector ,,nur im Besitze der ersten Bearbeitung" 23 193