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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1938-01-01 · 9 (1938) · p. Seite 179

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
9 (1938)
Date
1938-01-01
Page
Seite 179 (sequence 181)
Language
German
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Buch gefährden. Er schwieg über die Plünderung des Ghettos, weil er fürchtete, Anstoß zu erregen und er hütete sich von einem getauften Juden zu sagen, daß er ein nichtswürdiger Mensch sei. Solche Worte konnte Josef ha Kohen gebrauchen, der seine Chronik nicht veröffentlicht hatte — sie wurde nur in einzelnen Abschriften verbreitet — aber Gans wollte sein Buch drucken lassen und da er sich selbst gegen Denunziationen und sein Buch gegen Konfiskation schützen wollte, hielt er es für besser, über den getauften Juden zu schweigen. Aber warum fügte er den Satz von dem barmherzigen Kaiser Ferdinand, der die Juden zurückberufen habe, ein? Dieser Satz steht mit der historischen Wahrheit im stärksten Widerspruch. Wußte Gans das nicht? Damit kommen wir zum Ausgangspunkt zurück, zur Frage, wie David Gans in seiner Chronik über den oft erwähnten Eid des Kaisers und über die Tätigkeit von Mardochai Kohen in Rom sich äußerte. Die Frage ist gleich zu Beginn unserer Untersuchung beantwortet worden. Gans hat über beides geschwiegen und deshalb hat Salomo, der die Chronik von Gans druckte, seine Anmerkung dem Text beigefügt. Kann man aus dem Umstände, daß in der Chronik von David Gans sich über den Eid des Kaisers und über die Tätigkeit von Mardochai Kohen in Rom kein Wort findet, schließen, daß er von dem einen und dem anderen nicht erfahren hat, so wie das bei Josef ha Kohen der Fall war? Wenn man die früher erwähnten Änderungen, die Gans an der Darstellung von „Emek Habacha" vorgenommen hat, in Betracht zieht, so wird die Antwort lauten: Gans kann alles, was die Anmerkung Salomos enthält, gewußt und doch nichts davon in seine Chronik aufgenommen haben. Man kann noch weiter gehen und sagen, die Wahrscheinlichkeit spricht dafür, daß er über die Tätigkeit Mardochai Kohens unterrichtet war, und zwar durch Salomo. Denn es liegt nahe, anzunehmen, daß Salomo sich bemüht hatte, David Gans zu bewegen, die entsprechende Korrektur an seinem Texte vorzunehmen und daß er erst dann, als dieser sich weigerte, die Anmerkung hinzufügte. Ob Gans sich geweigert hat, dem Wunsche Salomos zu entsprechen, weil er seiner Erzählung nicht recht traute, oder weil er es für bedenklich hielt, über Ferdinand I. zu schreiben, daß er geschworen habe, die Juden zu vertreiben und daß es ein Jude gewesen sei, der mit Hilfe des Papstes den Kaiser wieder versöhnlich gestimmt habe — diese Frage ist nicht zu entscheiden. Merkwürdige Nachrichten über das Verhalten Ferdinands I. gegen die Juden enthält die dritte Chronik. Sie ist ebenso wie „Emek Habacha" in Italien geschrieben und ihr Verfasser bezeichnet sie in der Vorrede ausdrücklich als Fortsetzung31 der genannten Chronik. Aber sie enthält nicht nur eine Fortsetzung dieses Werkes, und zwar bis zum Jahre 1605, sondern sie bringt auch Nachträge und Ergänzungen82 zu demselben. 9 179

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