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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1938-01-01 · 9 (1938) · p. Seite 172

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
9 (1938)
Date
1938-01-01
Page
Seite 172 (sequence 174)
Language
German
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Sprache, vollendet6 und Salomo zum Drucke übergeben.7 Es war ein Buch, wie es die Juden noch nicht gehabt hatten, belehrend und unterhaltend und der Autor konnte auf einen großen Kreis von Lesern rechnen. Dieses Buch benützte Salomo, um die Verdienste seines Vaters Mardochai aller Welt zu verkünden. Als er das Manuskript durchsah, fesselte eine Stelle seine Aufmerksamkeit. Es war der kurze Bericht über die Vertreibung der Juden aus Böhmen von 1559.8 „Im Jahre 1559", heißt es in der deutschen Übersetzung der betreffenden Stelle, „ging der Zorn aus von dem Kaiser Ferdinand über alle Juden, die hier in der Stadt Prag wohnten, daß alle Juden aus seinem Reiche vertrieben werden und es blieb wirklich keiner im ganzen Königreich Böhmen, nur hier in Prag blieben für kurze Zeit zwölf Familienhäupter. Aber es dauerte nicht lange, so erbarmte sich der Kaiser der Juden und begnadigte sie und rief sie wieder zurück, daß sie zu ihrem Besitze zurückkehrten und hier sicher wohnten bis zu diesem Tage.44 Hier, sagte sich Salomo, hätte der Autor von Mardochai sprechen müssen, von seiner Reise nach Rom und von dem Gelübde des Kaisers, das der Papst auf Bitten Mardochais aufgehoben habe. Davon war in der Chronik kein Wort zu finden. Das wollte Salomo nicht hingehen lassen. Deshalb setzte er beim Druck der Chronik neben die oben angeführte Stelle am Rande eine Anmerkung, die in deutscher Übersetzung lautet: „Es spricht der Drucker Salomo, Sohn seines Herrn Vaters, R. Mardochai Katzb) (Kz)s.A., genannt Mardochai Zemach: Es ist längst an allen Toren unserer Volksgemeinschaft die Intervention bekannt und die große Rettungstat, die mein Herr Vater s. A. in Sachen der Austreibung vollzogen hat, indem er an der Spitze der Fürsprecher bei dem Kaiser, den Herzögen und den hohen Würdenträgern gestanden und so weit gegangen war, daß er sich der Lebensgefahr ausgesetzt hatte und durch Italien bis nach Rom gereist war, worauf er Schreiben des Wohlwollens vom Papste an den Kaiser brachte, den er von seinem Gelübde entbunden hat, und daß durch Gottes Gnade seine Worte Früchte brachten, so daß der Kaiser ihm gehorchte und sein Erbarmen über uns erregt wurde, denn er war ein gnädiger König und er gedachte unser. Und es sind große Dinge geschehen, über die es sich lang und breit schreiben ließe, nur daß ich nicht ausführlich sein wollte.44 Man sieht gleich, die Anmerkung Salomos befaßt sich mit denselben Vorgängen wie die Inschrift auf dem Grabsteine Mardochais. Sie ist eine Art Kommentar zur Inschrift; sie erklärt und ergänzt den Satz „er (Mardochai) ließ durch den Papst den Kaiser seines Eides entbinden.44 Jetzt erfahren wir, welcher Papst und welcher Kaiser gemeint sind. Da Salomo die Anmerkung im „Zemach David44 neben den Passus über die b) Abkürzung von kohen zedek. 172 2

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