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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1938-01-01 · 9 (1938) · p. Seite 166

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
9 (1938)
Date
1938-01-01
Page
Seite 166 (sequence 168)
Language
German
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feierlichen Trauerakt in der Jeschiba veranstaltet hat (L J. a. a. O.). Wo er gestorben ist, ist ebenso wie sein Geburtsort unbekannt; jedenfalls ist er nicht in Neustadt gestorben, da Isserlein, der zu jener Zeit dort wohnte, erst nachträglich von seinem Tode erfahren hat. Dagegen läßt sich sein Todesjahr ungefähr bestimmen. Es liegt zwischen 1457, in welchem Jahre er sein Rundschreiben anläßlich des Rabbinerstreites in Prag (s. 21: Rp. Nr. 277 und dazu A. 229) abgefaßt hat, und 1460, dem Todesjahr Isserleins. Die Annahme Löwensteins (Gesch. d. Juden am Bodensee und Umgebung, I, S. 113), daß unser R. Perez mit dem in dem am Anfang der Rpps. Salomo Lurias abgedruckten genealogischen Verzeichnis erwähnten R. Perez aus Kostnitz (Konstanz), dem Sohne des R. Salomo aus Speyer und Bruder der talmudgelehrten Rabbinersfrau Miriam, identisch sei, hat wenig für sich. Denn diese Rabbinersfrau war nach der Darstellung von Epstein („Mischpachat Luria", S. 9—18), die den Behauptungen anderer Autoren vorzuziehen ist, die Urgroßmutter (und vielleicht Ur-Urgroßmutter) des Rabbiners R. Ahron Luria, der zur Zeit der Binger Rabbinersynode (nach Grätz 1455—57) bereits anerkannte Autorität (s. Grätz VIII, Note 5), also mindestens 40 Jahre alt war. R, Perez, der 1457 sein außerordentlich energisches obengenanntes Rundschreiben ergehen ließ, dürfte zu diesem Zeitpunkt höchstens 80 Jahre gezählt haben. Es ergibt sich hiermit zwischen ihm und seinem jüngeren Zeitgenossen R. Ahron ein Altersunterschied von höchstens 40 Jahren. Und dabei soll er der Bruder von dessen Ur- bzw. Ur-Urgroßmutter gewesen sein?!93 Das Responsum ist das Antwortschreiben R. Perez's an R. Leiser Passau (s. A. 184). Daß unter „Taku" Tachau zu verstehen ist, vermutet Steinsehneider (a. a. O.). Allerdings finden wir bei Isserlein (Pes. Rp. Nr. 161) für Tachau den Namen „Tachwa". Zum Verständnis dieser Worte sei hier bemerkt, daß das talmudische Gesetz von der Ersitzung eines Grunstückes (s. A. 189), wonach ein Einspruch, der nach drei Jahren des Besitzes erhoben wird, ungültig ist, nur dann anwendbar ist, wenn der Einspruch aus demselben oder aus einem Lande kommt, mit dem normaler Verkehr besteht; ist aber der Verkehr zwischen den betreffenden Ländern unterbrochen oder mangelhaft, wie zwischen Judäa und Galiläa zur Zeit des Talmud, so daß die Übermittlung des Protestes unmöglich oder erschwert ist, so ist das Gesetz der Ersitzung nicht wirksam, d. h. der Einspruch aus einem dieser Länder in das andere ist nicht an die Zeit von drei Jahren gebunden. 195 Unter ,,Gänse" sind hier die Hussiten (hus im Tschechischen Gans) gemeint (die Juden hüteten sich wahrscheinlich davor, den Namen „Hussiten" auszusprechen, weil sie von den Katholischen der Sympathien für die ersteren beschuldigt und deshalb verfolgt wurden; sie wendeten daher Umschreibungen dieses Namens an), die auch in der damaligen rabbinischen Literatur „Bne Chuschim" (in Anlehnung an 1. B. Mose 46, 23) genannt werden (so von Maharil, Minhagim, Ausg. Offenbach, Bl. 51» wie im handschriftlichen Anhang bei Luzzato in Halichoth Kedem, S. 80 und 83). „Parsaot" des Textes bedeuten eigentlich Parasangen persischen Meilen. Hier sind aber deutsche Meilen gemeint, wie sie im mittelalterlichen Deutschen Reich gemessen wurden (1 Meile 7,5 km). *97 D. h. nach der Abreise des R. Nathan Eger nach Palästina. 198 Der in Thüringen war (s. o. Nr. 280) und Bekannte in Prag hatte. — Das zweite „Ketabim" im Texte hier ist als überflüssig zu streichen. 199 Terfeis, im Texte „Techwisch", zu lesen: Terwis (wie im Rp. Nr. 221). Daraus ist zu ersehen, daß die Reise von Böhmen nach Palästina damals über Italien ging. 200 Wiener-Neustadt. Unter den ,,Lehrern" sind R. Isserlein und neben ihm R. Meisterlein und R. Jona, der Sohn des R. Schalom, gemeint. 201 Der Talmudgelehrte R. Elieser aus Passau, auch — wahrscheinlich wegen seiner polnischen Herkunft — Leiser Polak genannt (s. o. 4: Rp. Nr. 58), ließ sich 166 66

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