Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 9 (1938)
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 162 (sequence 164)
- Language
- German
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147 Dem Worte „unserer44 ist zu entenehmen, daß R. Perez eine Zeitlang in Wiener-Neustadt wohnte. Eine vorangehende Stelle im Responsum; ,,hier in Neustadt" zeigt, daß dieses Schreiben in Neustadt abgefaßt ist. Gestorben ist er aber nicht dort, wie aus LJ. II, S. 85, Zeile 13, hervorgeht. 148 Es waren die jüngeren Talmudgelehrten R. Elieser, R. Jusmann Kohen (K. Z.) und R. Jäklin, die in Neustadt, wo der Rabbiner R. Meisterlein einer Jeschiba vorstand, eine eigene Jeschiba eröffneten und zugleich die Absicht zeigten, ihm in der Ausübung rabbinischer Funktionen Konkurrenz zu machen. Dadurch entstand ein Streit in der Gemeinde. R. Perez ergreift hier die Partei R. Meisterleins. 149 Das heißt, nach R. Nathan und den anderen Großen. 150 Sieh über ihn A. 192. 151 Bezieht sich auf den Streit der Rabbiner David Töwel Sprinz und David Vrank in Nürnberg, in den Bruna eingegriffen hat. 152 Wann kam Bruna nach Regensburg? Grätz (a. a. O.) behauptet, daß die Übersiedlung Brunas aus Brünn nach Regensburg im Jahre 1454 geschehen ist, und zwar als Folge der in diesem Jahre erfolgten Austreibung der Juden aus Brünn. Aus Rp. Nr. 131 geht aber klar hervor, daß Bruna bereits 1449 in Regensburg wohnte. Denn Isserlein schreibt dort an die Schlichter, die 1449 in der Gemeinde Eger geschlichtet haben (s. A. 114), in Sachen ihres Streites mit den Gemeindemitgliedern Menzlein und Has: „Und es sind Eure (beider Parteien) Darlegungen an meinen Freund R. Israel nach Regensburg geschickt worden44. Mithin ist die Annahme Grätzs hinfällig. Wir können aber noch weiter gehen und nachweisen, daß Bruna spätestens 1447 bereits in Regensburg Rabbiner war. Das ergibt sich aus der Zusammenstellung des oben (das.) angeführten Responsums Isserleins (Pes. Nr. 223) betreffs der Frau des verschollenen Juden Leml mit Rp. Nr. 216 unseres Autors. Das betreifende Responsum bei Isserlein, das an Bruna gerichtet ist, beginnt: ,,Inbetreff der Frau Meidl (bei Bruna Meirl), der Frau von Leml (bei Bruna Lebl) teile ich Dir mit, daß es bald zwei Jahre sind, daß man an mich hierher geschickt hat, ich möchte ihre Lösung (vom verschollenen Manne) herausfinden und sie zur Wiederverheiratung freigeben ... Auch wollte ich überhaupt nicht über Freigabe nachdenken, da ich kurz vor jenem Zeitpunkt die Frau aus Plauen (d. h. die Frau des ermordeten Susslein, des Bruders von Lasen aus Plauen; s. 2), wegen welcher Du mich angegangen bist, ich möge ihr die Wiederverheiratung gestatten, freigegeben hatte ... und befürchtete ich, wir würden in den Ruf kommen, ein Beth Din des ewigen Gestattens zu sein"... Da die Zeugenaussagen in dieser Agunasache, wie aus dem Responsum Bruna Nr. 217, wo diese Aussagen mit Datum angeführt sind, zu sehen ist, in den Monaten Adar (ungefähr Feber), bzw. Nissan (ungefähr März) des Jahres r. s. 1. 207 nach der Zeitrechnung (s. A. 114) 1447 n. Chr. gemacht worden waren, so ist mit Bestimmtheit anzunehmen, daß die diesbezügliche Anfrage an Isserlein ebenfalls im Jahre 1447 ergangen ist. Nun sagt Isserlein in seinem oben angeführten Responsum, daß er kurz vor dem Zeitpunkt des Empfanges dieser Anfrage die Frau aus Plauen, wegen welcher Bruna ihm geschrieben hatte, freigegeben, also ebenfalls im Jahre 1447. Es gilt also festzustellen, wo Bruna wohnte, als er die Sache der Frau aus Plauen vor Isserlein brachte. Und das geht aus Rp. Nr. 216 bei Bruna, das diese Sache behandelt, hervor. Denn Bruna erzählt uns dort, daß er an den jüdischen Zeugen Josefa eine Frage in Gegenwart von R. Binjamin Kohen gestellt hat. Dieser Binjamin Kohen aber war ein Regensburger Einwohner und Mitglied des Richterkollegiums Brunas dort (s. A. 91). Ferner erzählt uns Bruna in demselben Responsum, daß auch R. Amschel (sein Rivale in Regensburg) in die Sache eingegriffen hat. Aus diesen Mitteilungen Brunas geht also zur Evidenz hervor, daß er, als er sich mit der Angelegenheit der Frau aus Plauen beschäftigte, also spätestens 1447 (wahrscheinlich aber schon 1446) in Regensburg als Rabbiner domizilierte und einem Beth Din vorstand. E. H. Weiß (a. a. O. S. 262) will ebenfalls Bruna noch 1454 in Brünn wissen, 162 62