Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 9 (1938)
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 146 (sequence 148)
- Language
- German
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Brünn genannt (Rpps. d. Mose Isserls Nr. 28 und Zemach David I, z. Jahre 213). 4 Daß er 1476 noch am Leben war, wissen wir authentisch, denn in diesem Jahre hat er sich in Prag aufgehalten (s. u. und A. 23). 5 Sieh über ihn M. Braun, Gesch. d. Juden in Schlesien, S. 74ff. Nach Isserlein (Pes. Rp. Nr. 128) starb er als Märtyrer seines Glaubens. Bruna erwähnt ihn als seinen Lehrer in den Rpp. Nr. 73 und 281. Aus letzterer Stelle ist zu ersehen, daß er sein Hauptlehrer war. 6 S. Rp. Nr. 18 (vielleicht ist der im Rp. Nr. 188 angeführte R. Meir, der gegen die Bannung war, mit diesem identisch). Ob nicht dieser Lehrer der im Seder Haget des Juda Menz (Nr. 37, 58 und 120) angeführte R. Meir aus Znaim ist? Da Bruna auf der Jeschiba in Olmütz (s. u.) war, so ist es naheliegend, daß er auch in Znaim gelernt hat. 7 S. Rpp. Nr. 31, 32, 88 (Bl. 38b) und Nr. 272. Daß Bruna auch Schüler von R. Jakob Weil war, wie Grätz behauptet, ist durch nichts bewiesen. Die Tatsache, daß Weil ihm die Approbation zum Rabbiner erteilt hat (Pes. Nr. 128) beweist noch nicht, daß er sein Lehrer war. Dagegen haben wir einen indirekten Beweis, daß er bei Weil nicht gelernt hat. Denn in Rp. Nr. 66 (Bl. 32b), wo er Jakob Weil und unmittelbar nach ihm Isserlein anführt, tituliert er den letzteren ,,mein Lehrer und Meister44, während er Weil diesen Titel nicht beilegt. Vgl. a. Freimann, Nr. 65. 8 S. Freimann a. a. O., Nr. 82, der Salomo Luria zitiert. 9 S. A. 152, wo wir den Nachweis für diesen Zeitpunkt führen. 10 So in Rpp. Nr. 53, 128, 167, 267 (Böhmen) und Nr. 57, 193, 195 (a), 196 (Mähren). In letzteren drei Rpps. (wahrscheinlich auch noch in Nr. 197) tritt als Korrespondent ein R. Jakob Levi aus Znaim auf. 11 S. Rpp. Nr. 7 und 231, sowie Rpps. Mose Menz, Rp. Nr. 76. 12 Der Zeitpunkt dieser Begebenheit läßt sich folgendermaßen feststellen. Bruna berichtet über diese Angelegenheit in einem Schreiben an R. Kaschriel (Rp. Nr. 268), der aus Deutschland nach Posen ausgewandert ist. Kaschriel, der dort rabbinische Tätigkeit auszuüben suchte, lag im Streite mit R. Mose aus Halle, der sich früher dorthin begeben hatte und bereits als Rabbiner fungierte (Bruna und Isserlein sollten in der Sache vermitteln). Da R. Mose erst nach den 1458 in Halle ausgebrochenen Judenverfolgungen nach Polen auswanderte (s. Brann, MGWJ. 1903, S. 571), da er ferner sich zuerst in Peisern an der Warthe niederließ und von dort nach Posen flüchtete, so ist anzunehmen, daß er erst 1459 nach Posen kam. Mithin wird R. Kaschriel, der nach ihm nach Posen übersiedelte, im Jahre 1460 sich dort niedergelassen haben, aber auch spätestens, denn Bruna kann an ihn nicht später als in diesem Jahre geschrieben haben. Das geht aus folgenden Worten des Schreibens hervor: ,,... und ich bin voll Sorgen und verwirrt und nicht aufgelegt, doch habe ich Dich im Auge behalten und an den Gaon (Isserlein) Deinetwegen geschrieben. Und der Gaon ist betrübt und schwach, so daß er nicht schreiben kann.44 Da Isserlein 1460 starb, so ist der Brief spätestens in diesem Jahre geschrieben. Die Bemerkung, daß Isserlein so schwach sei, daß er nicht mehr schreiben kann, bestätigt noch weiter, daß der Brief in dessen Todesjahre, also 1460, geschrieben worden ist. Da Bruna in diesem Schreiben unter dem frischen Eindruck der Verhaftung steht, so folgt daraus, daß diese ebenfalls in diesem Jahre geschehen ist. Was die Ursache der Verhaftung anlangt, so bringt sie Grätz in Verbindung mit der Krönungssteuer, die Kaiser Friedrich III. 1456 den Juden Regensburgs auferlegte, wobei er von ihnen den „dritten Pfennig", d. h. den dritten Teil ihres Vermögens forderte und diese Forderung 1458 wiederholte. Nach Grätz sei Bruna auf Befehl des Kaisers verhaftet worden, und die Verhaftung soll den Zweck gehabt haben, den Judenmeister" zu veranlassen, daß er durch Androhung des Bannes die Gemeinde zwinge, die geforderte Krönungssteuer an den Kaiser abzuführen. Dabei stützt er sich auf die Worte Brunas in seiner Erzählung: ,,und das Malchut (rrßbtt) hielt mich 13 Tage im Turm in Haft", indem er das Wort „Mal- 146 46