Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 9 (1938)
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 145 (sequence 147)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2644300-2644309--3949-2648298- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
ANMERKUNGEN 1 Wir benützen hier das „Responsenwerk des R. I. von Bruna" (Sefer scheeloth und teschuboth mohari mi-bruna), 2. Ausgabe, Stettin 1860. Das Werk zälüt 283 Responsen-Nummern (wobei einzelne Nummern keine eigentlichen Responsen darstellen), enthält aber in Wirklichkeit 285 Stücke und ist mit Glossen und Register, die einem Jerusalemer Gelehrten namens Jechiel Jakob Eljakim (letzteres ist Familienname) zum Verfasser haben, versehen. Von der obengenannten Zahl gehören aber 15 Responsen: Nr. 28, 33, 53 (Anfang), 56, 58, 59, 60 (2. Hälfte), 89, 90, 91 (Anfang), 92,130, 131, 183, 227 (2. Hälfte) Isserlein und 10: Nr. 5, 7, 29, 35, 54, 67, 68, 86, 87, 195 (b) - Jakob Weil, sowie einige wenige anderen Autoren. Die erste Ausgabe erschien 1798 in Saloniki (sie ist uns ebenfalls vorgelegen). Die Inhalte der beiden Ausgaben decken sich, und wenn die Salonikier 284 Rpp.- Nummern zählt, so hat es nichts zu besagen, da in beiden Ausgaben die Numerierung fehlerhaft ist. Sowohl die erste als die vorliegende Ausgabe sind sehr verderbt. Der Stettiner Herausgeber rühmt sich zwar in seiner Vorrede, sämtliche Fehler der Salonikier Ausgabe beseitigt zu haben, in Wirklichkeit aber hat er nur sehr wenige, meistens geringfügige Fehler dieser Ausgabe berichtigt, dagegen viele neue Fehler in seine Ausgabe hineingetragen, die auf Unkenntnis oder ungenauem Lesen des Salonikier Textes beruhen. Die Folge davon ist, daß auch die neue Ausgabe von Text- und Druckfehlern wimmelt, die zum gro!3en Teil den Sinn des Gesagten entstellen, wie auch Verwirrung in bezug auf Daten und Namen verursachen, wodurch die Benützung sehr erschwert ist. Die von Steinschneider (HB. III, S. 25f.) und Brann (MGWJ. 1903, S. 569ff.) angeführten Fehler dieses Buches zusammengenommen bilden nur einen kleinen Bruchteil der tatsächlich in ihm vorhandenen Korruptein. Diese außergewöhnliche, sogar in der Responsenliteratur des Mittelalters einzig dastehende Verderbnis des Textes hat zwei Ursachen. Die eine bildet der große zeitliche Abstand von der Niederschrift der Responsen bis zu ihrer Drucklegung, der über zwei Jahrhunderte ausmacht. Während dieser langen Zeit wurden die Responsen abgeschrieben, und jeder Abschreiber trug seine Fehler in den Text hinein, die von einem Kopisten auf den anderen kamen. Die zweite und wohl Hauptursache besteht darin, daß den sefardischen Buchdruckern in Saloniki die üblichen Formen und Ligaturen der aschkenasischen Kursivschrift, in der das ihnen vorliegende Manuskript geschrieben war, nicht geläufig waren, ebenso wie die darin vorkommenden Orts- und auch manche Personennamen ihnen unbekannt waren. Dazu kam noch der sehr schwierige Stil Brunas und einiger seiner Korrespondenten. So sagt E. H. Weiß (V, S. 262): „Und es scheint, daß nicht wenig Schuld daran (an der Verderbtheit des Textes) der Verfasser selber hat durch die Schwierigkeit seiner Sprache. Die meisten deutschen Autoren (von Responsen) besaßen nicht die Fähigkeit, ihre Worte richtig nach den Regeln der Sprache zu stilisieren, er (Bruna) aber hat darin alle übertroffen." Auch bei der Anordnung der Responsen sind grobe Fehler begangen worden. Zuweilen steht die Antwort vor der Anfrage (so in den Nr. 278 und 279 bis 280). Auch die Numerierung ist stellenweise fehlerhaft. Manches Responsum ist in zwei Nummern geteilt, wie z. B. Nr. 228 und 229 (wo außerdem 229 vor 228 gehört), ebenso Nr. 259 und 260, die je ein Responsum bilden. Auf Seite 100 b fehlt überhaupt die Nummer des Rp. an Mose Menz. Da, wie aus Rp. Nr. 61 (Bl. 28 b, 3. Zeile v. u.) hervorgeht, Bruna selber die Responsen gesammelt und zusammengefügt hat, so sind auch diese Fehler den Kopisten und Druckern zuzuschreiben. 2 So zeichnet er zweimal im Rp. Nr. 53, sonst gewöhnlich: Israel von Bruna. Auch sein Vater war also ein den Rabbinertitel innehabender Talmudgelehrter. 3 Bruna Brünn, der Name bezieht sich also auf die Stadt, in der er zuerst durch eine Reihe von Jahren als Rabbiner wirkte. Er wird auch Israel 45 145