Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 9 (1938)
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 141 (sequence 143)
- Language
- German
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alle wissen, daß es Richter gibt in Israel. Und flehe ich zu Gott, dessen Weg vollkommen226 ist, Er möge Frieden reichlich spenden und diejenigen segnen, die Seine Lehre befolgen und den geraden Weg gehen, und mögen sie für alle Ewigkeit das Land Kanaan227 erben. Der Flehende, ein Wurm und kein Mensch.228 Abgeschrieben Buchstabe für Buchstabe vom Originalschreiben des R. P. (Perez), G. m. i. b.229 (Rp. Nr. 281: Schreiben Brunas an R. Leiser Passau.) Dessen Name Friede ist,230 Er leite Dich auf den Weg des Friedens, mein lieber R. Elieser von Passau, er lebe. Es sind all die Deraschoth231 allgemein bekannt, die unsere Talmudlehrer, gesegnet sei ihr Andenken, an das Wort Schalom (tnitü Friede) geknüpft haben... Deshalb habe ich Dir vielmals geschrieben, Du sollst am Zipfel des Friedens festhalten. Und durch den Mund des Alluf,232 G. m. i. b., habe ich Dir angesagt, Du sollst von Zank und Streit gegen den hervorragenden Rabbiner R. Elia, G. m. i. b., lassen. Und verwarnte ich Dich bereits, als Du mich in Regensburg aufsuchtest [und sagte], daß ich viele Schreiben nach dem Lande Böhmen und nach Prag gesandt und unter Androhung des Bannes befohlen hatte, daß niemand sein (R. Elias) Gebiet verletze. Und darnach sah ich die Meinung unseres Herrn und Meisters, des Gaon R. I. (Isserlein),233 G. m. i. b., seine Ansicht und seinen Rat an Dich, diesen Streit aufzugeben, denn unsere Lehrer (die großen Rabbiner), G. m. s. b., werden Dir nicht recht geben und auf Deine Tüfteleien nicht eingehen und sich in zweifelhafte Deutungen eines durch Bann (für den Übertreter) erhärteten Abkommens nicht einlassen. All dies hast Du aber [nicht]234 beachtet und verharrtest im Streite, der nicht im Namen Gottes [unternommen war], sondern um den obengenannten Rabbiner aus seiner Jeschiba und seiner Lehrtätigkeit zu verdrängen und Parteien und Bünde zu bilden und seine Leute und Freunde ihm abspenstig zu machen, ihn in üblen Ruf zu bringen und Dir selbst einen Namen zu machen: „sehet, ich streite gegen R. Elia, also bin ich ihm ebenbürtig!" Und sah ich, daß alle der Lehre Beflissenen und Bachurim, die in Prag waren, zu ihm (R. Elia) halten und Freude an ihm haben und Deiner spotten, daß Du gegen ihn auftrittst. Du aber kränkst ihn, indem Du ihn „Elia", „Elia" nennst235 und kümmerst Dich nicht um die Geringschätzung aller Gelehrten — Siehe, was Dir auf dem Wege, den Du gegangen, zugestoßen ist, daß der große Eiferer, der für die Ehre Gottes eifert, der Greis R. Perez, G. m. i. b., Dich getroffen und Dir eine große Last auferlegt hat, die Du nicht tragen kannst, schwere, ungeheure Strafen, daß jedem, der davon hört, die Haare am Kopfe sich sträuben, all seine Glieder erzittern und seine beiden Ohren von der Stimme des Rufers gellen. 41 141