Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1938-01-01 · 9 (1938) · p. Seite 138

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
9 (1938)
Date
1938-01-01
Page
Seite 138 (sequence 140)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2644300-2644309--3942-2648291
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

das. Schon allein deswegen erheischt das Gesetz, Dich in den Bann zu tun und eine Strafe von einem Pfund in Gold büßen zu lassen.213 Um wieviel mehr [hast Du Strafe verdient], als Du das [mit] Verbot und Bann [belegte Abkommen], das zwischen Euch getroffen worden war, verletzt und Dich so benommen hast, als ob Du Gott täuschen wolltest, indem Du die Worte (des Abkommens) verdreht und in sie einen anderen Sinn hineingelegt hast, zu Deinen Gunsten. Schließlich ist aber Deine Schande aufgedeckt worden, die jene drei gewählten, im Schreiben (des Abkommens) genannten glaubwürdigen Männer erkannt und den Wortlaut des Niedergeschriebenen näch seinem [wahren] Sinne ausgelegt haben, zu Gunsten des R. E., G. m. i. b. Und sogar Schulkinder hätten sich darin nicht geirrt, die Worte so zu deuten, wie Du sie auslegst. Also bist Du erkannt worden als Wortverdreher und Gesetzübertreter im vorhinein, und daher sehe ich nicht bei Dir die Gepflogenheiten der Kollegialität und die Richtschnur eines Schriftgelehrten.. .Und was das Verbot und den Bann (womit das Abkommen belegt wurde) betrifft, so hast Du auf die Ehre Deines Schöpfers nicht geachtet, dessen Siegel die Wahrheit ist, und jetzt ist die Wahrheit bei Dir nicht vorhanden, und der Name Gottes wird durch Dich entweiht. Auch hast Du in Deinem Hochmut nicht nach dem Recht gelehrt und nicht nach dem Gesetz geurteilt in der Sache der Streitigkeiten zwischen Juda aus Taka und Frau Seriach mit ihrem Sohn David wegen des Hauses.214 Du hattest mir Dein Urteil geschickt und ich habe es angefochten durch Widerlegungen, die jeder Sachverständige richtig finden wird, und verwarnte Dich, keine Vollstreckung vorzunehmen, bevor daß Du Dich mit unseren Lehrern in Neustadt200 beratschlagt hast, [und bat Dich] ihnen Dein Urteil und meine Erwiderung zu senden. Du hast aber darauf nicht geachtet, und ich war in Deinen Augen wie ein Irreführender und meine Worte [waren] zum Spott und Gelächter, und hast Du die Vollstreckung Deines Fehlurteils veranlaßt.. .215 Auch gellen mir die Ohren von den vielen Stimmen und den Worten derjenigen, die von Dir bekunden, wie sehr Du die Ehre des hervorragenden Rabbiners (R. Elia) verletzest, der die Thora in Israel verbreitet und zu dem, von seinem Rufe angezogen, Scharen von Talmudbeflissenen aus allen Orten der Diaspora zusammenströmen, Du aber schmähst und verleumdest ihn überall, und das alles [tust Du] aus Deinem Hochmut, Deiner Grobheit, Deiner Gier und Deinem Hoheitsgelüste... Folglich hast Du [es verdient], daß die Eiferer Dich treffen und vom Rabbineramt absetzen. Und wenn unsere Lehrer auf mich hören möchten, würden sie Dich von jeder mit der Würde eines Rabbiners verbundenen Sache fernhalten, daß Du nicht vornimmst Ehescheidungen, Trauungen und Chä- 138 38

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.