Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 9 (1938)
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 135 (sequence 137)
- Language
- German
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weitergegeben hätten, oder durch protestierende Briefe des Isaak Winkel1**... Aber R. N. s. A., dem — nach den Worten des David — die Vollmacht gegeben und der darum gebeten wurde von R. Sabbatai und seiner Frau Malka, das Haus zu verkaufen, wobei sie ihm die Schenkungsurkunde schickten, laut welcher Josef Botfus das Haus seiner Tochter Malka geschenkt hatte — und wahrscheinlich war die Meinung von R. S. und seiner Frau, daß R. N. s. A. den Erlös des Hauses durch Einwechslung nach Treviso199 befördern und von dort ebenfalls durch Einwechslung nach der heiligen Stadt Jerusalem, sie möge in Bälde, in unseren Tagen aufgebaut werden, bringen soll — von ihm ist es nicht anzunehmen, daß er, als er nach Jerusalem zog, das Haus ohne weiteres stehen ließ und davon ging... Es ist ganz und gar ausgeschlossen, daß dieser Gerechte, der mehr als irgendeiner seiner Zeitgenossen die Thora in Israel verbreitete, so verfahren könnte, seinem Nächsten die Gefälligkeit und diesen großen Dienst zu verweigern und ihnen (R. S. und seiner Frau) großen Schaden zuzufügen... Deshalb wenn es sich so verhält, wie der David sagt, daß R. N. s. A. Erlaubnis und Vollmacht erhielt, das Haus zu verkaufen und daß er darum gebeten wurde, neigt das Urteil dazu, daß er es dem Ascher als Entlohnung gegeben und den Gegenwert an R. S. abgeführt hat, wie er ihm versprochen hatte ... Infolgedessen sollst Du Dich nicht beeilen, den David aus dem Hause zu verdrängen, bevor Du Dich mit unseren Lehrern in Neustadt,200 G. m. s. b., beratschlagt hast. Und schicke ihnen mein gegenwärtiges Schreiben oder eine Abschrift, denn auch ich, sobald ich freie Zeit habe, werde ihnen eine Abschrift Deines Schreibens und meines gegenwärtigen einsenden. Soweit R. P., G. m. i. b. 21 (Rpp. Nr. 277, 281, 282 und 283). Rabbinerstreit in Prag. Der Talmudgelehrte Elieser (Leiser) Passau, läßt sich in Prag nieder und beginnt rabbinische Funktionen auszuüben sowie Vorträge in der Jeschiba zu halten, gleichzeitig sich den Titel Rabbiner beilegend. Der bereits fungierende Rabbiner und Jeschibavorsteher von Prag R. Elia, der allerdings häufig von der Stadt abwesend ist, erhebt Protest dagegen. Der Konflikt wird zunächst durch ein schriftliches Abkommen, in welchem der Wirkungskreis der beiden Gelehrten abgegrenzt wird, beigelegt. R. Leiser wird eine untergeordnete Rolle zugeteilt und die Führung des Rabbinertitels verwehrt. Nach einiger Zeit überschreitet dieser die seiner Tätigkeit gezogene Grenze. Der Streit erneuert sich und nimmt häßliche Formen an. Gegenseitige Beleidigungen und Herabsetzungen. Die Gemeinde spaltet sich in zwei Parteien, und jeder der beiden Rabbiner verfügt über eine Anhängerschaft. R. Perez, der Verwandte R. Elias, m 135