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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1938-01-01 · 9 (1938) · p. Seite 76

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
9 (1938)
Date
1938-01-01
Page
Seite 76 (sequence 78)
Language
German
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IRI
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Der Lehrer Isak b. Moses265 diskutierte mit mir (Joel b. Isak ha-Levi) und überlieferte, daß ein großer Mann, der Vorsänger R. Isak aus Böhmen, ein bestimmtes in der Bauchhöhle befindliches Fett zum Genüsse erlaubte. Dieser Gaon hat es auch im Namen der Geonim aus Lothringen überliefert, Joel b. Isak ha-Levi. R. Efraim b. Isak hingegen erwiderte: „Ich will dich verwarnen, damit du es nicht selbst essest und es den anderen zum Genüsse erlaubest. Im Lande Böhmen sind große Weisen vorhanden, die es nicht essen. Wenn du anderer Meinung bist, so miete dir einen „Läufer''266 nach Frankreich und wenn sie es erlauben werden, dann magst du es essen, Efraim b. Isak. Wir in unserem Königreiche Böhmen richten uns nach der Entscheidung des R. Efraim (essen dieses Fett nicht).267 e) Baderlaubnis: Ich der Verfasser (I. O. S.) kam nach Ungarn, nach Buda (slav. Name für Ofen), nach Ostrigon (slav. Bezeichnung für Gran, siehe Einleitung), dort sind heiße Quellen vorhanden, die aus der Erde hervorbrechen. Ich erlaubte den Frauen, darin unterzutauchen.268 f) Trauerbräuche: Es starb eine Frau einen Tag vor dem Versöhnungstage; Isak, Sohn Mordechais aus Böhmen, entschied, daß der Mann am Rüsttage des Laubhüttenfestes sein Haar schneiden darf. Die siebentägige Trauer hat der Versöhnungstag übernommen, die 30tägige Trauer wird durch das Laubhüttenfest unterbrochen und aufgehoben.269 Es ist bei uns Brauch, vom ersten Tage des Monates Ab an, weder Fleisch noch Wein zu genießen.270 g) Kleidung, Schmuck: R. Simcha verbot, den kleinen Gebetmantel unter der „Kutta" (wohl Kutte) zu tragen, man muß ihn vielmehr auf der Kutte tragen, um die Vorliebe für das Gebot zu bezeugen.271 Betreffs unserer Hüte, an welche Riemen genäht sind, soll man darauf achten, daß die Riemen nicht mit Flachsfäden genäht werden, denn die Bänder (Riemen) wärmen.272 Alle unsere Hüte, die durch Bänder (Riemen) am Halse befestigt sind, darf man am Sabbat aufsetzen, denn es ist nicht zu befürchten, daß sie der Wind hebt und man daher diese in der Hand trägt, was am Sabbat verboten ist. Hüte, die tief sind, so daß der Kopf darin feststeckt, dürfen auch ohne Befestigung durch Riemen, am Sabbat getragen werden, selbst wenn sie einen Rand von ein oder zwei Handbreit haben, das Gesicht beschatten und vor Regen und Hitze schützen.278 Auch die spitzen Judenhüte sind gestattet. So ist es auch in Lothringen und in Deutschland Brauch, Hüte zu tragen. Die Hüte in Deutschland haben keine flachen Ränder, sondern die Krempen gehen nach unten. Die „Almuzäa" (Mütze), welche aus Schafwolle oder Ziegenhaaren gewebt wird oder aus einem Stoffe gemacht ist, die fest auf dem Kopfe sitzt, darf am Sabbat getragen werden. So ist ja auch der Brauch, 70 34

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