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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1938-01-01 · 9 (1938) · p. Seite 4

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
9 (1938)
Date
1938-01-01
Page
Seite 4 (sequence 7)
Language
German
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IRI
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logischer Schulung eine Reihe wertvoller wissenschaftlicher Leistungen hervorgebracht. Stobbe selbst beschreibt im Vorwort zu seinem Werke „Die Juden in Deutschland" diesen wissenschaftlichen Zustand wie folgt: „Wir besitzen aus neuerer Zeit vortreffliche Arbeiten über die Geschichte der Juden, teils allgemeine Werke, teils zahlreiche Forschungen über ihre Verhältnisse an einzelnen Orten oder in einzelnen Ländern. Die allgemeinen Werke beschäftigen sich hauptsächlich mit der inneren Entwicklung des Judentums, ihrer Religion, Philosophie und Literatur und mit den Verfolgungen, weniger eingehend mit ihrer rechtlichen und staatlichen Stellung; die ihrer Lokalgeschichte gewidmeten Abhandlungen enthalten zahlreiche Einzelnheiten, ohne ein deutliches Bild über ihre allgemeine Lage im Mittelalter zu liefern. Ich glaubte daher, keine überflüssige Arbeit zu unternehmen, wenn ich ihre rechtsgeschichtliche Stellung zum Gegenstande meiner Untersuchung machte.66 Nun mustere man aber mit kritischem Blick das Literaturverzeichnis, das Stobbe seinem Werke beigegeben hat, und setze damit die wissenschaftlichen Leistungen der letzten achtzig Jahre in Vergleich, in welche freilich Blütezeit und Höhepunkt der Wissenschaft des Judentums in Deutschland fallen. Erst aus einer solchen Betrachtung wird man für Stobbes Leistung den richtigen Maßstab gewinnen. Jene beiden wesentlichsten Gruppen von wissenschaftlichen Werken, welche wichtige Hilfsmittel für eine Darstellung der Rechtsgeschichte der Juden bilden können , Rechtssammlungen und Urkunden werke einerseits, historische Monographien über die Juden einzelner Städte und Territorien andererseits, sind nur in spärlicher Anzahl und meist in unzulänglicher Qualität vertreten. Immerhin lagen bereits Arbeiten vor wie K. A. Schaab: „Diplomatische Geschichte der Juden zu Mainz und dessen Umgebung mit Berücksichtigung ihres Rechtszustandes46,7 K. Sidori (= Isidor Keim): „Geschichte der Juden in Sachsen mit besonderer Rücksicht auf ihre Rechtsverhältnisse"8 und Gerson Wolf; „Zur Geschichte der Juden in Worms. "9 An einer geeigneten Sammlung des Quellenstoffes aber, wie er später in Julius Aronius* Regesten zur Geschichte der Juden im Fränkischen und Deutschen Reiche bis zum Jahre 127310 dargeboten wurde, fehlte es damals noch gänzlich. Das einzige Werk ähnlicher Art, das 1862 erschienen ist, Meir Wieners „Regesten zur Geschichte der Juden in Deutschland",11 zeigt eine wissenschaftlich so minderwertige Bearbeitung, daß es Stobbe eher hemmte als förderte. Er sah sich sogar veranlaßt, im Vorwort die Arbeitsweise des Verfassers zu kennzeichnen und seine eigene Einstellung zu dem Buch ausführlich darzulegen. Nicht viel besser war es auch um die rechtsgeschichtliche Spezialliteratur bestellt, die Stobbe vorfand. Sie hatte eigentlich nur zwrei belangreiche Arbeiten aufzuweisen ,12 Die eine, ein umfassendes zweibändiges Werk, „Die Juden in Österreich vom Standpunkt der Geschichte, des Rechts und des Staatsvorteils", 1842 in Leipzig erschienen, war von dem Vorkämpfer für die Emanzipation der Juden in Österreich Joseph 4 4

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