Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 8 (1936)
- Date
- 1936-01-01
- Page
- – (sequence 407)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 82% known words query
- IRI
…/2644300-2644311--3784-2648132- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Finger darauf drückt, also woll ich alsbald weich machende Kataplasma und Pflaster darüber legen, auch etliche Löcher in den Pflaster schneiden, damit der Dampf oder Schweiß darvon käme und zugleich alle acht Stunden dreimal ein Schweisstrunk eingeben, so einer von ihm stiess, alsbald ein andern richten, fleissig warm abtrocknen und nach dem Schweiss Herzstärkung gebrauchen. Hat er Durst wollt ich ihm von gebranntem Hirschkorn trinken lassen mit Spiritus Vitrioli, Zitronensaft, Erbsensaft, Sanct Johannisbeerlein - Saft u. dgl. vermischt. Klagt er grossen Hauptschmerzen, das Unguent. albastri mit Unguent. papav. und Veilöl vermischt auf ein Tüchlein streichen und über Stirn und Schlaf legen. Äusserlich ein Herz und Pulz (Puls) Umschlag machen von Muskatblüh, Zimmt, Näglein ana SIR, rote Rosen, Lavendl, Spika ana M R, weiss Rosen Wasser, Wein ana Hb R, ambra ana Gran I 3 unter einander gemischt, mit ein Scharlach-Fleck über das Herz schlagen und über der Puls mit Tüchlein eingebunden, wofern sich aber die „pedetsin" (?) erzeigen, soll man nichts nätzen (naß machen) sondern stark schwitzen lassen, warem halten. Die Beulen belangt, so sich dieselben durch Pflaster und Kataplasma ziemlich erzeitigt mit einem Palitn (?) oder Carasiva öffnen, alsdann mundificiren, incarniren und endlich beschliessen. Hätte es aber nach der Heilung eine Härte und spannt übel, wollt ich solches schmieren mit Menschenschmalz, den Leib wohl lassen auspurgiren, alsdann in ein Zuber (Schaff) baden lassen, so wird das Geäder wider gelenk — und so viel von der Pest.--- IV. Rezeptbeispiele. Der Arzneischatz, den der Autor des Compendiums in seiner Eigenschaft als Wundarzt — und in Ermangelung eines Medicus, wie er selbst sagt, auch als solcher — angewendet, überschreitet die Zahl 400. Wenn sich nun auch aus dem Abschnitte „wörtliche Beispiele" die Art und Weise der therapeutischen Anwendung der Arzneimittel von selbst ergibt, so will ich doch eine kleine Anzahl von Rezeptbeispielen in gedrängter Form anführen, die ein möglichst klares Bild der Arneizusammenstellung unseres Autors ergeben. Wenn das Glied in Schwindung: Unguent. von Schöpsen-Inselt, Kalbsblut, venedische Seife, langen Pfeffer und Branntwein. Bei heftigen Schmerzen: Glied mit Schwebtüchlein umfangen, welches gemacht von gummi ammoniaca13......Bibergeil, Kamillen, Menschenschmalz und rotes Schneckenöl. Bei Wundbräune: Unguent: Honig % III, Rosenessig, Holder- (Holunder)-Essig aa% I, Phlegm. Vitriol % R. 9 407