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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1936-01-01 · 8 (1936) · page 377

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
8 (1936)
Date
1936-01-01
Page
– (sequence 377)
Language
German
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ANMERKUNGEN I. Die josefinische Reform der Judennamen. 1 Dieses Kapitel wurde zum größten Teile auf Grund bisher nicht benützten Originalarchivmaterials niedergeschrieben, von dem der überwiegende Teil in den reichen Fonden des Archivs des Ministeriums des Innern in Prag hinterlegt ist. Unser Thema betreffen hauptsächlich die Akten des böhmischen Guberniums aus den Jahren 1786—1795, Abt. publ. 43/1, 43/74, 45/1 u. a. Hier ist so eigentlich seit der Wiener Archivkatastrophe vom Jahre 1927 das einzige vollendete Material über unser Thema erhalten. Es mag dazu noch dem böhmischen Historiker schmeicheln , daß nicht nur die ganze josefinische Reform der Judennamen aus böhmischer behördlicher Initiative hervorging, sondern auch das böhmische Archiv die meisten Quellen für die Darstellung der Geschichte der Reform bewahrt hat, Quellen, die für alle Länder der ehemaligen österreichischen Monarchie wichtig sind. Die Wiener Archive vermochten nur wenig Nachrichten beizusteuern. Die für unser Thema wertvollsten Akten, die im Wiener Archiv des Ministeriums des Innern hinterlegten Akten der seinerzeitigen Vereinigten böhmisch-österreichischen Hofkanzlei in Wien, sind bei der schon erwähnten Archivkatastrophe zugrundegegangen (auf meine Anfrage in Wien erfolgte eine negative Antwort); von den im Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien verwahrten Akten des vormaligen Staatsrates bezieht sich nur der Akt Z. 2899 aus dem Jahre 1787 auf unser Thema, während mir vom österreichischen Archiv des Unterrichtsministeriums nur die die Reform der Judennamen in Galizien aus den Jahren 1804—1805 betreffenden Akten zur Verfügung gestellt wurden. Einige, im ganzen wenig bedeutsame, korrespondierende Akten sind im Archiv der Hauptstadt Prag und im Archiv des Nationalmuseums, wo die Registratur der Landesjudenschaft verwahrt wird, niedergelegt. Zu der Gruppe der direkten Quellen zähle ich auch einige zeitgenössische und spätere Ausgaben der josefinischen Gesetze (v. Crammer, Roth, Kostetzky u. a.), deren ich bei anderer Gelegenheit Erwähnung tun werde. Von der historischen Literatur, die unser Thema nur in kurzen Erwähnungen behandelt, verweise ich auf einige grundlegende Arbeiten über die Regierung Josefs IL, wie z. B. J. V. Prasek: „Die Herrschaft Kaiser Josef IL'4 (Prag 1903, Teil I), H. Meynert: „Kaiser Josef II." (Wien 1862), P. Mitrofanov (deutsche Übersetzung von V. Demelic) „Josef II. Seine politische und kulturelle Tätigkeit" (Wien 1916), und auf die die josefinische Judenemanzipation betreffenden Studien Ludwig Singers, wie „Zur Geschichte der Toleranzpatente in den Sudetenländern44 (Jahrb. der Ges. f. Gesch. d. Juden in d. Tschech. Rep., V., 1933), „Zur Geschichte der Juden in Böhmen in den letzten Jahren Josephs IL und unter Leopold H." (ebenda, VI., 1934) u. a. Das Thema erforderte, daß auch die juristische Literatur über Namen berücksichtigt werde. Ich führe da nur an: Kaserer: „Über die Personennamen und deren Änderung nach österr. Gesetzen44 (1879), K. Stern; „Über das Namenwesen nach österreichischem Rechte44 (1894), Em. Adler: „Der Namen im deutschen und österreichischen Recht44 (1921) und Stern, Mischler-Ulbrich: „Österr. Staatswörterbuch44 (2. Aufl., B. III). Speziell über die Entwicklung der jüdischen Namen handeln die Studien: E. Nestle: „Die israel. Eigennamen44 (Harlem 1877), G. B. Gray: „Studies in Hebrew proper names44 (1896), M. Noth: „Die israel. Personennamen*4 (1928) und H. Loewe: „Namen der Juden44 (Jüd. Lexikon, Bd. 4, 1930). 2 Unsere Hauptquelle ist der Initiativantrag des böhmischen Guberniums an die Vereinigte böhmisch-österreichische Hofkanzlei in Wien vom 8. Juni 1787, Z. 15.894. Arch. d. Min. d. Innern, Z. G 1786-1795, Publ. 43/74. 3 Dieses Gutachten wurde mit den übrigen Beilagen nach Wien gesendet. 376 68

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