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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1936-01-01 · 8 (1936) · page 354

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
8 (1936)
Date
1936-01-01
Page
– (sequence 354)
Language
German
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IRI
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enthalten, der die getreue Übersetzung des hebräischen Sebenjahu29 sei. Sei es denn möglich, daß dieser Namen nun den Juden deshalb verboten sein soll, weil der seinerzeitige Translator der hebräischen Sprache an ihn vergessen hatte? „Aber die Aufnahme dieses Namens wird durch den Analogismus nunmehr überflüßig; denn, da die Namen der Evangelisten, der Apostel und einiger Heiligen im alphabetischen Namenschema als Cynosur schon verzeichnet sind, so kann nunmehr jeder andere deutsche Kalendername durch logischen Ähnlichkeitsschluß von den Israeliten angenommen werden. Noch beweislicher tritt dieser Schluß in dem Schema der Weibernamen hervor, wo solche christliche Namen wie Aspasia, Cacilia, Dorothea, Iphigenia und mehrere vorkommen, die weder in den mosaischen noch evangelischen Zeiten herrschend, sondern ursprünglich heidnisch waren, und erst nach Verbreitung der Christuslehre und nach errungenen Märtyrerthume oder sonst verdienter Heiligsprechung zum Kalendernamen erhoben wurden." In einem weiteren Teile ihres Gesuches machten die jüdischen Vorsteher auf die schädlichen und unheilvollen Folgen der bisherigen Verordnungen und ihrer Durchführung aufmerksam. Eine Beschränkung der Zahl der jüdischen Vornamen könnte vor Allem verheerend auf die Moral der christlichen Jugend wirken und den Anstoß zum Wiederaufleben der kaum vergessenen Parodien auf die biblischen Namen geben, wie Mauschel, Schmul u. ä., und in den niederen Volksschichten wieder den schädlichen Keim ansteckenden Hasses des Pöbels gegen die Juden hervorrufen. „Ebenso würde eine spätere Generation der Israeliten Trost in dem Wahne finden, daß das Verbot der Führung gewisser christlicher Namen sich von den Rabbinen aus den früheren finsteren Zeiten herschreibe, und das Vorurtheil erzeugen und nähren, daß jede rabbinische Anordnung von dem Schicksal selbst sanktioniert werde, und wie schädlich ein solcher Glaube, oder ein solches Vorurtheil auf das moralische Gefühl wirken könnte, bedarf wohl keiner Erörterung." Und was für Irrtümer und Verwirrungen könnten in den amtlichen Matriken und in den jüdischen Familien Verzeichnissen entstehen, zu was für Wirren und Mißverständnissen könne es kommen, wenn alle jüdischen Familien in dem Bemühen, alle unhübsch klingenden jüdischen Namen zu vermeiden, nur die karge Zahl gestatteter deutscher Namen gebrauchen würden? Die Gefahr von Verwirrungen drohe am meisten jenen jüdischen Familien, deren Geschlechtsnamen in der jüdischen Bevölkerung bereits durch viele Familien und Geschlechter in Verwendung sei, wie z. B. die Namen Frankel, Wehle, Wertheim, Bondy u. a. Das Hauptargument zur Unterstützung ihres Standpunktes verlegten die Prager jüdischen Vorsteher in den Schlußabsatz ihres Gesuches, der um seiner Wichtigkeit willen verdient, im ursprünglichen Wortlaute zitiert zu werden: „Mögen diese 45 353

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