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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1936-01-01 · 8 (1936) · page 255

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
8 (1936)
Date
1936-01-01
Page
– (sequence 255)
Language
German
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IRI
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Bidschower Magistrat nur allgemein, die Verpachtung sei unter recht bescheidenem Zins erfolgt („pod dosti skrovnou cinzi"). 46 Dieser wertvolle Plan von der Größe 35 x 27 cm hat sich im Archiv des Ministeriums des Innern in Prag erhalten (S M, B 20/6, übertragen in die Sammlung der Karten und Pläne, Inv. Nr. 2382) und erscheint in der Beilage abgedruckt. 47 Es handelt sich zweifellos um die Pest vom Jahre 1715; damals wurden die Juden aus der Stadt in der Richtung gegen das Dorf Liben unter den Stadtwald Chlum ausquartiert, doch ging die Seuche ohne großes Sterben ab. Ein ausführlicher Bericht über diese Pest findet sich im Liber memorabilium III, fol. 50—51, im Bidschower Stadtarchiv eingetragen und lautet: Nach der Prager Pest, die im Jahre 1714 gewütet hat, schlich sich eine ähnliche Pestplage auch in andere Städte im Königreich Böhmen ein, so auch nach Bidschow, und zwar im Jahre 1715. Gleich am 9. Juni ging das Geschrei aus, und zwar durch die Judenschaft, worauf die in solch bedrängter Lage schwebende Stadt am 19. Juni auf statthalterischen Befehl gleich abgeschlossen und durch die Soldaten des damals in Quartier zu Böhmen liegenden Sanctamorschen Regiments umzingelt und bewacht wurde unter dem Kommando eines gewissen Kapitänleutnants Andreas Schwendt, eines getauften Juden, so daß auch Baracken hinter der Stadt für dieselben Dragoner, wo die Pferde stehen könnten, gebaut wurden, und man ließ niemanden weder in die Stadt noch aus der Stadt, nur während der Schnittzeit, um die liebe Gottesgabe einernten zu können, ließ man das Volk hinaus, doch abends wurde geläutet und da mußten alle wiederum in die Stadt zurückkehren. Auch wurde von Ihrer Exz. den kgl. Herren Statthaltern ein Doktor der Medizin aus Prag hieher gesandt, ein gewisser von Vobisch; der Feldscher von Kral und der einheimische Feldscher Johann Vogl ließ sich gegen Bezahlung auch dazu gebrauchen. Die visitierten alle Tage zweimal und mußten aus den Stadtrenten bezahlt werden. Während die Stadt abgesperrt war, erhielt sie Hilfe an Viktualien und Geld von der umliegenden Nachbarschaft, nämlich von Sr. Exz. dem Herrn Grafen Kinsky von Chlumetz und dem Herrn Prälaten von Braunau als auch aus der kgl. Leibgedingstadt Trautenau. Die Juden, die mußten aus der Stadt ausziehen und hielten sich bei dem Dorfe Liben unter dem Walde Chlum in der sog. Röste (moöidla) auf. In dieser Pestkontagion sind nicht viel Leute gestorben; man behauptete im Gegenteil» daß noch am ehesten die gestorben seien, denen der erwähnte Doktor eine Medizin verabreicht habe. Übrigens hielten es die Leute, die irgendeine Ansteckung spürten , bei häuslicher Pflege geheim, um nicht in das Lazarett (das damals im Scharfrichterhäuschen in der Ziegelei oder im Ziegelmacherhäuschen eingerichtet war) zu kommen und kurierten sich mit Hausmitteln, auf die Beulen legten sie warme Zwiebel auf und wurden eher gesund... Mit Gottes Hilfe legte sich die Kontagion um St. Martin (11. November) dieses Jahres... („Po prazskem, v letu 1714 vykonan£m moru, vloudila se taky podobnä morovä räna jak do jinsich mest v krälovstvi Cesköm, tak taky do Bydzova, a to v letu 1715 hned dne 9 Junii se krik ucinil, a sice skrze zidovstvo, naeez v ty tezkosti postaven6 dne 19 Junii mesto skrze mfstodrzick£ (sie) poruceni hned zavreno a od vojäkü tenkräte in hyberniis v Ceehäch lezieiho dragounskeho Sanctamorskeho regmentu obkliceno a vartoväno bylo pod komendou jist£ho kapitana leitenandta Ondreje Schwendt, krten^ho zida, takze i baraky za mestem pro tiz dragouny, kde by kone stäti mohli, se stavely a zädneho do mesta ani z mesta nepousteli, toliko, kdyz prave zne trefily, aby to bozi obili skliditi se mohlo, ven se propousteli, na vecer ale se zazvonilo, tu vsichni do mesta zaseji jiti museli. Podobne od J. Exe. kral. mistodrzicich byl sem doktor medicinae poslanej z Prahy nejakej von Vobisch, feldtscher von Kral a domäci feldtschar Jan Vogl se taky naproti zaplate k tomu potrebovati dal. Ti kazd f den dvakrate visitirovali a museli z düchodu placeni byt. Mesto, jsouce zavreny, pomoci na viktuälnich jak i na penezich dostalo od okolnich sousedstva, totiz od J. Exc. pana hrabete Kinskyho z Chlumce a pana preläta broumovskyho i z krälovskelio vennelio mesta Trutnova. rZide ti se z mSsta vystühovati museli a byli u vsi Liben pod lesem Chlumem v tak feäenijch modidldch. V tom morovym nakazem mnoho lidu neumrelo, anobrä 254 108

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