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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1936-01-01 · 8 (1936) · page 254

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
8 (1936)
Date
1936-01-01
Page
– (sequence 254)
Language
German
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IRI
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dalo, ze by ten ohen od vedlejsüio souseda Kelle ra neb vulgo fecen£ho Hodra povstati mel. Skrze ktery ohen hned od domu p. Vitima z Proseee nedaleko masnych krämüv zacinaje toho ctvrt mesta i s iidovskjjm mustern, branou Metlickou, i pak za branou dilem podmesti az k mostüm v popel v maly chvili obrätü, nacez velka bida a chudoba näsledovala, kterä az podnes se pamatuje, nie vsak niene, ponevadz tehdäz düchod obecni za spravoväni tehdejsiho inspectora p. Vilima z Proseee a primätora p. Martina Kezlara dobfe stäl, veliky pomoci tem pohorelym jak s penfczma, tak taky s forma robotnima a drivim cinil, takze s pomoci bozi v nekolika letech zasej ten shofenej dil do vystaveneho stavu pfisel. . .") — In der Eintragung über die Vermessung der neuen Synagoge dd. 19. Juni 1719 (Neubidschower Liber Hebraeorum I aus den Jahren 1719—1800, pag. 1, im Archive des Landes Böhmen, Sammlung der Stadtbücher Nr. 8139) wird zwar gesagt: wo vordem die jüdische Schule oder Synagoge stand, im Jahre 1718, am 10. Juli ist sie verbrannt („kdez prv skola neb synagoga zidovska stävala, v letu 1718, dne 10. Julii zhofela), doch ist dieses Datum offenbar falsch. Das Dekret der Böhmischen Kanzlei vom 12. Juli 1718 (vgl. weiter unten Anm. 48) nennt das Datum 6. Juli und auch das Datum dieses Dekretes selbst zeigt, daß der Brand nicht erst am 10. Juli entstanden sein kann. 42 Vgl. das Dekret der Böhmischen Kanzlei vom 12. Juli 1718: „. . wie daß zu Neu Bitschof verwichenen Mitwoch den 6. dieses Monats Julii bey einem Christen eine Feuersbrunst entstanden, durch welche auch die aldasige jüdische Heüser mit allen Mobilien dergestalten eingeäschert worden, daß sie anjetzo unter freyen Himmel auf der Gassen liegen müsten." 43 Die Supplik der jüdischen Landesdeputierten hat sich zwar unter den Bezugsakten im Archiv des Ministeriums des Innern in Prag (S M, B 20/6) nicht erhalten , doch wird ihr Inhalt in dem zitierten Dekret (vgl. Anm. 44) dd. 12. Juli 1718 reproduziert. Die Deputierten ersuchten demnach, daß die Bidschower jüdischen Abbrändler „unter denen Christen gegen der Verzünsung, bieß wiederumben unter das Tach ihre abgebrente Wohnung bringen möchten, wohnen konten...44 44 Die Entscheidung der Prager Regierung lautete wörtlich (Konzept und Abschrift im Archiv des Ministeriums des Innern in Prag, S M, B 20/6):,,.. . daß dieses ihr Petitum (vgl. Anm. 43) zwischen denen Christen in einem Hause und unter einem Tach zu wohnen, khein statt finde, weilen es verbothen. Indeme aber die Juden unter freyen Himmel mit ihren Kindern und Sachen nicht bleiben können, als solle der H. Creyßhaubtman correspondendo mit dem Neu Bitschower Magistrat unverlangt dahin bedacht seyn, daß einige separirte Wohnungen entweder in der Stadt oder vor der Stadt oder aber auch unweith der Stadt gegen Abstattung von denen Juden eines billigen Zinses ihnen allein ohne Beywolmung der Christen einige Heüsser assigniret werden könnten, mithin auch das königl. Creyß Ambt sambt den alldortigen Magistrat sollen daran seyn, damit bey der Auferbauung ihrer Wohnungen zumahlen höchst erforderlich, auf daß die bishero vermischte Gründe der Christen und Juden von denen christlichen Heüssern separiret und gegen billiger Vertauschung die Christen in einen separirten Orth und auch die Juden absonderlich ihre Wolmungen und ihre Heüsser haben möchten, aus bewöglichen Ursachen dahin zue reflectiren kommet, daß gegen Vertauschung der vermischten Haüsser die Christen separatim und die Juden auch separatim wohnen und ihre Haüsser bauen sollen, es also veranstalten und den Erfolg berichten solle. ." 45 Diese „Specifikaci kfestfanskych gruntüv, ktere zidovstvu o samote k bydleni dojednoho roku toliko pronajate jsou" Spezifikation der christlichen Grundstücke, welche der Judenschaft zu separatem Wohnen nur auf die Dauer eines Jahres vermietet worden sind, enthält die vermieteten Häuser mit dem Namen ihrer Eigentümer gekennzeichnet und gleichzeitig die Zahl der Judenfamilien in jedem Hause; sie bildete die Beilage 1 zum Berichte des Hauptmanns Dobrensky d. d. 15. September 1718, der sich originaliter im Archiv des Ministeriums des Innern in Prag erhalten hat (S M, B 20/6). Was die Zinsbedingungen anlangt, so meldete der 107 253

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