Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 8 (1936)
- Date
- 1936-01-01
- Page
- – (sequence 253)
- Language
- German
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pag. 1311—1514, im Stadtarchiv zu Bidschow („Dekret. . . poctivemu cechu reznickemu pri meste Novem Bydzove, kter^m se zapovidä zidüm bydzovskym biti vselijakelio velkeho i maleho dobytka4' Dekret... an die ehrsame Fleischhauerzimft bei der Stadt Neu-Bidschow, kraft dessen den Bidschower Juden verboten wird, irgendwelches Groß- oder Kleinvieh zu schlachten); dabei war auch der vorherige Zustand zur Sprache gekommen: „Demnach nach reifer Erwägung pro et contra von Czechmeistern des Fleischhacker-Handtwerks und denen Eltisten Juden aucli anstatt der gantzen jüdischen Gemeinde gedachter Stadt New Bydtsehow in puncto des von ihnen Juden schlachtenden großundt kleinen Viehes einkommenen Schrieften befunden worden, daß erw. Juden zwahr damahls, wie die Stadt Newbidtschow unterthänig wahr, von denen Georgi von Pernstein auf eine Zeith unter gewiessen Bedingnüssen und Conditionen daselbsten angenommen worden, jedoch benebenst zu solchen Viehschlachten oder einiges anderes Handtwerg zu treiben nicht die geringste Erlaub- und Verwilligung gehabt, dahero dan, wie zu Zeithen ermelter Herrn von Pernstein, also auch nach geschehener Auskauffung aus der Unterthänigkeith dieser Stadt Newbidtschow solches unterschiedliches, absonderlich großes Vieh niemahls (ge)schlachtet, sondern von denen Bidtschowern zu der Zunft gehörig. Fleischhacker vor sie das Fleisch zu ihrer Notturft gekoschert, bis hernach der beym Leben zue dato bleibende Jud nahmens Jozyfek mit dem verstorbenen Juden Marks genandt umb die Einwilligung größeres Vieh gegen Erlegung von jeden großen Stuck 4 Kreuzer. 4 den. und kleinen Stuck 7 d., bies lötzlich überhaupt Jahr vor alles 7 fl., wie es in den Judenschrift gemeldet wirdt zu geben tractiret haben sollen undt dergestaldt ohne Ihro k. und k. Maj. a. g. Erlaubnuß gedachte zwey Juden das Vieh zu schlachten ungültigerweiß angefangen undt bis dato der Jud Jozyfek zu schlachten sich unterstehen will." Das Dekret des Unterkämmereramtes verbot dann für die Zukunft den Juden das Schlachten von Vieh, das nunmehr (freilieh in ritueller Weise) die christlichen Fleischhauer besorgen sollten. 38 Über die Tätigkeit der Visitationskonimissionen, ihren Ursprung und das Ergebnis ihrer Arbeiten vgl. Jos. Pekaf, Ceske katastry 1051—1789 Die böhmischen Kataster 1654r-1789, Prag 1915, S. 101 f., über die Juden S. 114. 39 Archiv des Ministeriums des Innern in Prag, S M, B 20/6. 40 Abschrift im Archiv des Ministeriums des Innern in Prag, S M, B 20/6. 4* Über den großen Bidschower Stadtbrand vom Jahre 1718 vgl. Liber memorabilium III, f. 52, im Neubidschower Stadtarchive; auf diese Eintragung stützt sich auch C. Hiha, 1. c, S. 42, und Ed. Mali}, Pozäry v meste Novem Bydzove Die Neubidschower Stadtbrände. Der zitierte Eintrag im Libcr memorabilium, der allerdings erst einige Jahre nach der Feuersbrunst gemacht wurde, besagt: Im Jahre 1718 am 6. Juli, bei großem Wind brach ein Feuer aus, welches ex post, aus welchen Gründen und auf welche Beweise hin, ist mir nicht bewußt, bei H. Wenzel Cisteeky entstanden sein sollte, weshalb er als Buße zu der auf dem St. Laurenzifriedhofe erbauten Martersäule 150 fl. geben sollte, wiewohl nach einiger Zeit herumgesprochen wurde, es sei bei seinem Nachbar Keller oder vulgo Hodr genannt ausgekommen. Durch dieses Feuer wurde gleich vom Hause des H. Wilhelm von Proscc unweit der Fleischbänke angefangen ein Viertel dieser Stadt mitsamt der Jadenstadt, dem Metlicaner Tore, dann hinter dem Tore mit einem Teile der Niederstadt bis zu den Brücken in einer kleinen Weile in Asche gelegt, was große Not und Armut zur Folge hatte, die man bis heute nicht vergessen hat. Nichtsdestoweniger, da damals die Gemeinderenten unter der Verwaltung des damaligen Inspectors H. Wilhelm von Prosec und des Primators H. Martin Kezlar gut gestellt waren, so leisteten sie den Abbrändlern sowohl mit Geld als auch mit Robotfuhren und Holz große Hilfe, so daß mit Gottes Hilfe binnen einigen Jahren der ausgebrannte Stadtteil zum Aufbau gelangte.. . („V 1. 1718 dne 6. julii, u velikem vetru vyskytl se ohen, ktery ex post, z jakych argumentüv a dükazüv, mn£ povMomo nejni, na p. Väclava Cisteckyho vynalezen b^ti a on proto pokutu na bozi muka na krehove sv. Vavfince vystaven£ 150 fl. däti m&l, ackoliv po nejak^m case se povi- 252 106