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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1936-01-01 · 8 (1936) · page 241

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
8 (1936)
Date
1936-01-01
Page
– (sequence 241)
Language
German
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verursacht, daß das Hintergebäude bei der B£lej§i abbrannte und die Brauerei, das Haus des Tuchmachers Pa§tek, sämtliche Fleischbänke samt zwei Häusern, in welchen der Seiler Jira (Georg) und der Jude Rouchal wohnten, und die Hirtenhäuschen gegenüber dem Hause fenkovs, und wäre nicht Gott gnädig gewesen, was wäre da nicht daraus geworden! Deshalb hat zu künftiger Warnung und Gedächtnis die ganze Gemeinde folgendes beschlossen ... — („O ohni bydzovskem. Leta 1531 pri sv. Vaclave (t. j. 28. IX.) toto svoleni obecni jest zapsano a utvrzeno budücn£: My purgmistr a radda ut supra oznamujem tiemto zapisem vsem, tak nynejsfm jako i budücim nasim na potomni das, kterak tohoto l£ta nadepsaneho etc. v ten pondeli po sv. Jilji (t. j. 4. IX.) na puol hodiny pfed vecerem z bozieho dopuSteni vysel jest ohen od Marty B6Iej§i z krmnikuov svinskych. Toho za jistü vec nemohüc se toho (!) dovädeti, jakü pf icinü ten ohen se znal, nez toto domneni od lidi bylo, ze jsou prasata fezanä podkufovali, a drohe* domneni bylo lidske, ze by pivovarnik, nesa uhli pf es dvuor, ne§etrn& a tak, ze by zapäleni ucinil a z toho ohne Skoda takoväto se znamenitä stala, ze ti zadkove od Belejsi domu vyhofali i pivovar, duom Past£ka soukenika, mastni krämovä väickni se dvenia domy, v kterem byl Jira provaznik a Rouchal %id, i pastusi chalupy proti domu Cenkova, a kdyz by tak toho nebylo na bozi milosti, jak by se bylo stalo! A protoz pro budüci vajstrahu a pamSt vsecka obec na tom se svolila...") Es folgen nun die einzelnen Anordnungen, an erster Stelle, daß man in der Bierbrauerei vorsichtig mit der glühenden Kohle umgehen solle. Die im Text erwähnte Bestimmung, daß niemand unter Strafe ein Haus am Ringplatz einem Juden oder Böhmischen Bruder verkaufen dürfe (take na tom obec zuostala a svolili se, aby v rinku zadnemu z ziduov ani z Bratfi domuov nedopousteli prodävati pod pokutü pül kopy groäü nrigensk^ch), ist erst zum Schluß zu lesen und steht, wie bereits erwähnt, mit dem Brande in keinem sachlichen Zusammenhange. Riha 1. c, S. 15, konnte wohl den schwer leserlichen Eintrag nicht genau lesen und folgerte daraus zu Unrecht, der Verdacht wegen Brandstiftung wäre auf einen unvorsichtigen Juden gefallen, weshalb der Stadtrat gleich nach dem Brande den Befehl gegen die Juden erlassen habe; diese Bestimmung war in Wirklichkeit ein Befehl Johanns von Pernstein, von dem gleich die Rede sein wird, und wurde erst i. J. 1536 erlassen, ohne den mindesten Zusammenhang mit dem Brande v. J. 1531. Den zitierten Eintrag über die Juden und die Böhmischen Brüder v. J. 1531 hat bereits J. KaSpar abgedruckt 1. c, V^rocni zpräva real, gymnasia v N. Bydzove za §kol. rok. 1899/1900, S. 27. 10 Die Bidschower Juden Verordnung Johanns von Pernstein ist am besten abgedruckt im Archiv Cesk^, Bd. XX, S. 390—391, Nr. 343 (nach der Eintragung im Liber memorabilium I, pag.43, im Bidschower Stadtarchiv); weitere Drucke: Bondy-Dvorski), Zur Geschichte der Juden in Böhmen, Mähren und Schlesien, Bd. I, S. 299, Nr. 422, und J. Kapras, Kniha sveclomi mesta Novelio Bydzova v 1. 1311—1470, Einleitung S. XLI—XLII (nach einem mangelhaften Text, der sich in der Konfirmation der Neubidschower Stadtprivilegien durch Josef II. findet). 11 Das Original der Konfirmation erliegt im Bidschower Stadtarchiv; ihren Text hat J. Kapras abgedruckt 1. c, Einleitung S. XLVIII-XLIX. *2 Das genaue Gründungsdatum der Neubidschower Synagoge ist zwar nicht bekannt, doch ist kaum daran zu zweifeln, daß die Behauptung der Bidschower Juden v. J. 1660, ihre — damals schon sehr mitgenommene — Synagoge stehe 110 Jahre (vgl. weiter unten Anm. 29), wenigstens annähernd richtig war. Zur Befreiung der Synagoge (es ist dies auch die erste direkte Nachricht über dieselbe) vgl. die Eintragung im Liber memorabilium I, pag. 291, im Bidschower Stadtarchiv (vgl. auch Aiha 1. c, S. 20): Im Jahre etc. (15)69 am Montag dem Tage St. Timothei (d. i. 24. Jänner) befreien der Herr Bürgermeister, die Ratsherren den jetzigen und zukünftigen Juden, welche bei und in der Stadt sind und sein werden, die Schule, in welcher sie sich versammeln, und gestatten ihnen ein Gäßchen von zwei Ellen Breite, damit sie freien Durchgang haben könnten, gelegen neben der 240 94

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