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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1936-01-01 · 8 (1936) · page 174

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
8 (1936)
Date
1936-01-01
Page
– (sequence 174)
Language
German
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IRI
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unbequem zu werden, zumal die unangenehmen Folgen der jüdischen Konkurrenz auf dem Gebiete des Handels und der Produktion durch die allgemein judenfeindliche Stimmung jener Zeit noch verstärkt wurden. Die Juden hatten Kaufläden in christlichen Häusern in Pacht, namentlich im eigentlichen Handelszentrum der Stadt, am Ringplatz, hatten einen Großteil des städtischen Handels an sich gerissen und ihre Unternehmungslust beherrschte nach wie vor auch die weitere Umgebung der Stadt. Bidschow machte da in der Gesamtlage in dieser Hinsicht keine Ausnahme. Zuerst äußerten sich Unstimmigkeiten zwischen den Bidschower Fleischhauern und den Juden bezüglich der jüdischen Viehschlachtung, doch wurden diese nach einigen Jahren und nach einer ursprünglich für die Juden ungünstigen Entscheidung vom Jahre 1681 beigelegt. Es gelang dies unter Vermittlung des Unterkämmerers der königlichen Leibgedingstädte in Böhmen Grafen Johann Karl von Waldstein auf Kammerburg an der Sazawa wenigstens auf einige Zeit durch den umfassenden, ausführlichen Vertrag, der am 15. Jänner 1691 abgeschlossen wurde.37 Doch damit hörte die Spannung aus Konkurrenz zwischen den christlichen Handelsleuten und den Juden nicht auf und die Antipathie der Bidschower christlichen Handels- und Handwerksleute wurde besonders in der ersten Hälfte des Jahres 1718 laut, als ihr die Tätigkeit der Visitationskommission im Königgrätzer Kreis (dem das Bidschower Gebiet administrativ zugeteilt war) Gelegenheit bot, sich mit mehr Nachdruck geltend zu machen. Diese Kommission hatte die Elaborate des vorbereiteten böhmischen Steuerkatasters zu revidieren und instruktionsgemäß auch den Juden ihr Augenmerk zuzuwenden, namentlich ihrer Anzahl und der Zeit ihrer Ansiedlung .38 Vor dieser Visitationskommission führten etwa im April oder Mai 1718 die Bidschower Gemeindeältesten namens der Neubidschower Gemeinde Klage über das Überhandnehmen der Juden in der Stadt; vor neunzig oder hundert Jahren hätte ihre Zahl etwas über zehn betragen, jetzt aber hätten sie sich auf sechshundert Personen vermehrt und hätten in der Stadt auch eine große Siedlung zum größten Verderb der Christen eingerichtet, treiben nach den Worten der Beschwerde eine starke Gewerbe- und Handelstätigkeit sowohl in der Stadt selbst als auch über die Stadt hinaus auf den umliegenden Dörfern, tragen Gewürz und alle sonstigen Waren aus, kaufen auch durch ihr Hausieren auf den Höfen und bei den Bauern die Wolle, den Flachs, das Geflügel, den Schmalz und alles andere auf, tun demnach den bedauernswerten Nachbarn in ihrem Handwerk und den städtischen Gewerben nicht geringen Abbruch und verursachen bei den Städten die äußerste Teuerung, so daß man die ganze Woche über von auswärts und vom Bauernvolke kaum einen 27 173

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