Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 8 (1936)
- Date
- 1936-01-01
- Page
- – (sequence 162)
- Language
- German
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und ihrer Häuser während des Dreißigjährigen Krieges. — Anteil der Juden an der Erneuerung der Stadtmauer nach dem Dreißigjährigen Kriege. — Bau der neuen Synagoge im Jahre 1660. — Wiederherstellung des Ghettos in nachweißenbergischer Zeit und dessen Zustand im Jahre 1718. — Konkurrenzspannungen zwischen Christen und Juden; Vergleich zwischen den christlichen Fleischern und den Juden im Jahre 1691. — Beschwerde der Bidschower Stadtältesten bei der Visitationskommission wegen übermäßigen Anwachsens der Juden vom Jahre 1718. — Vernichtung des Bidschower Ghettos durch Feuer am 6. Juli 1718. — Die Frage einer Reduktion der Bidschower Juden und die Erneuerung des Ghettos. — Erneuerung der Synagoge. — Anlegung des Liber Hebraeorum I. — Aufenthaltsbedingungen für Juden in Bidschow nach dem Jahre 1718. — Vergeblicher Widerstand der Stadt gegen die Erweiterung des jüdischen Friedhofes. — Umfang des Ghettos im Jahre 1737. — Folgerungen. Die Anfänge einer Judensiedlung in Neu-Bidschow fallen in das letzte Viertel des XV. Jahrhunderts.1 Damals hatte die bis dahin geteilte Herrschaft über die Stadt — zwar ursprünglich als königliche Stadt gegründet, doch bald, im Jahre 1325, von König Johann von Luxemburg dem Benesch von Wartenberg auf Groß-Skal und Turnau geschenkt — Hermann von Wartenberg und auf Zwif etitz in seiner Hand vereinigt und er war eifrig darauf bedacht, die Stadt materiell aufblühen zu lassen, wovon der Umstand zeugt, daß er im Jahre 1473 bei König Wladislaw einen neuen Jahrmarkt zu St. Ägidi erwirkte. Die näheren Bedingungen und Umstände der jüdischen Ansiedlung in Bidschow sind nicht bekannt, doch ist kaum daran zu zweifeln, daß es sich ursprünglich — wie auch anderwärts in Böhmen — nur um einige wenige Personen handelte, die den Grund zu der später bedeutend angewachsenen Neubidschower Judengemeinde legten. Man darf auch annehmen, daß sich die Obrigkeit bei ihrer Bewilligung zur Ansiedlung der Juden in Neu-Bidschow durch wirtschaftliche Rücksichten bestimmen ließ; es scheint, daß der Entschluß mit der wohl kurz vorher erfolgten Zerstörung und dem Untergang des Bidschower Minoritenklosters zusammenhing2 und daß durch Zuteilung des Standortes an die Juden der ausgedehnte Bauplatz des Klosters, der bis dahin brachlag, verwertet werden sollte. Jedenfalls aber entstand das Neubidschower Ghetto an der Stelle, wo vorher das Minoritenkloster gewesen war. Auf das Kloster selbst nimmt die bekannte Parodie von den Bidschower Schustern und ihrem Klostersturme während der allgemeinen Verwirrung nach dem Tode Hussens Bezug;8 der 15 161