Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 8 (1936)
- Date
- 1936-01-01
- Page
- – (sequence 161)
- Language
- German
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diese Akten denn doch noch zum Vorschein kommen. Hinsichtlich der Akten des Königgrätzer Konsistoriums genügt es, ohne Bemerkung auf die Klage von Prof. J. V. Simäk hinzuweisen, dem das Königgrätzer Konsistorialarchiv ebenfalls verschlossen blieb.82 Von positivem Erfolg war denn meine Forschertätigkeit nur begleitet im städtischen und im Dekanalarchive zu Bidschow, wo sich die Zeugnisse für die Aufdeckung der Sekte und die Untersuchung ihrer Anhänger finden, und im Archiv des Ministeriums des Innern zu Prag, wo sich neben der Entscheidung Maria Theresias vom 12. Jänner 1748 über die Strafen einige Schriftstücke über Regierungsverfügungen erhalten haben, die mit dem Sektiererprozeß in engem Zusammenhang standen. Dessenungeachtet bringen die Dokumente, die es mir gelang aufzufinden und von denen ich die allerwichtigsten in den Beilagen abdrucke, entgegen der bisherigen Forschung neue Angaben, die zur Revision der ganzen Frage berechtigen. Und diese Revision soll in dieser Studie versucht werden. Sie gliedert sich in drei Kapitel, deren erstes in die Umwelt des Bidschower Ghettos einführt und dessen Verhältnis zur Christenheit erläutert (freilich nur an der Hand der uns erhalten gebliebenen spärlichen Nachrichten); das zweite versetzt (auf derselben Grundlage) in die Umwelt des geheimen Akatholikentums im Bidschower Ländchen; das dritte Kapitel schließlich ist dem eigentlichen Thema gewidmet, der Sekte der sog. Israeliten im Gebiete von Bidschow und Chlumetz und ihrem Fortleben bis zur Kundmachung des Toleranzpatentes. Von der Zeit an sind wir dann über die Sekte der sog. Israeliten bzw. Abrahamiten, welche zweifellos, besonders was das Gebiet von Chlumetz anlangt (die Angehörigen der Familie Vrbicky in 2izelitz), die Fortsetzung der Sekte der sog. Bidschower Israeliten darstellen, dank der ergiebigen Quellen des Rezek-Simäkschen Diplomatars eingehend informiert. I. DAS BIDSCHOWER GHETTO BIS ZUR MITTE DES XVIII. JAHRHUNDERTS. Ansiedlung der Juden in Neu-Bidschow. —Gründung des jüdischen Friedhofs. — Verbot der Stadtverwaltung, Häuser am Ringplatz an Juden zu verkaufen.—Johanns von Pernstein Verordnung gegen die Juden vom Jahre 1536. — Errichtung der Synagoge.— Zahlenmäßige Schätzung der Juden vom Jahre 1570, ihre öffentlichen Pflichten und ihre Gesamtlage in vorweißenbergischer Zeit. — Zahlenmäßiger Rückgang der Juden 160 14