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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1936-01-01 · 8 (1936) · page 160

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
8 (1936)
Date
1936-01-01
Page
– (sequence 160)
Language
German
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IRI
…/2644300-2644311--3537-2647885
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Diese Lücke in der zitierten Edition, die sonst eine Masse neuen Materials zur Geschichte der Religionsschwärmerei in Böhmen bringt, führte mich zu dem Versuche, diese Lücke wenigstens teilweise zu schließen. Doch hat mein Versuch allerdings ältere Wurzeln. Kaspars Denkwürdigkeiten über Seelsorgeangelegenheiten in der kgl. Leibgedingstadt Neu-Bidschow waren nur kurze Zeit vor meinem Eintritt in das Bidschower Gymnasium erschienen (Kaspar selbst war durch mehrere Jahre mein Lehrer und hat mich zu dankbarer Erinnerung verpflichtet) und ich las sie schon als Primaner mit Interesse. Die Erwähnung der Sekte der Israeliten hat mich wegen ihrer Beziehung zu dem alten Bidschower Ghetto eingenommen (es war Ende des XIX. Jahrhunderts abgebrannt und wurde nicht mehr erneuert, bzw. nicht in der alten Form erneuert; der letzte Rest seiner Tradition hat mich noch erreicht). Nach Jahren gesellte sich dann zu diesem Lokalinteresse noch die Vorliebe für die böhmische Religionsgeschichte in der Zeit ihres höchsten Glanzes und ihres tiefsten Niederganges. Daß ich dann schließlich zu einer Art Abschluß gelangte, dafür bin ich für die außerordentlich aufopfernde Hilfe zu Danke verpflichtet, die mir bei meinem Studium im Bidschower Stadtarchiv mein Freund Herr Anton Sasina, Professor am Bidschower Gymnasium, angedeihen ließ, und durch dessen Vermittlung ich dank des Entgegenkommens des Bidschower Herrn Dechants Madie auch die Quellen des Bidschower Dekanalarchives zur Verfügung gestellt bekam. Ich habe aber schon angedeutet, daß mein Versuch die Lücke in Bezug auf die Sekte der Bidschower Israeliten in Rezek-Simaks Diplomatar nur zum Teil ausfüllen will (und kann). Die Aufdeckung unserer Sekte zu Ende des Jahres 1746 erregte große Aufmerksamkeit, nicht minder ihr Epilog, die abschreckend harten Urteile, die gefällt wurden; und die Untersuchung wurde an verschiedenen Orten geführt, in Bidschow, in Königgrätz beim Kreisamt und beim bischöflichen Konsistorium , in Prag (hier vorwiegend beim Appellationsgericht) und in Wien, wo die Entscheidung über die Strafen fiel. Doch von alldem gelang es mir nur den kleineren Teil zusammenzubringen und gerade die allerwichtigsten Akten kamen mir nicht zu Händen. Es gilt dies namentlich von den Akten des Böhmischen Appellationsgerichtes (bzw. der mit der Untersuchung der Sektierer betrauten besonderen Appellationskommission), dessen umfangreicher Schriftennachlaß (wiewohl dieser Nachlaß nur Ruinen des ursprünglichen Materials darstellt) noch beim Prager Obergerichte erliegt, wo meine Nachforschungen nach den Akten des Prozesses mit den Anhängern der Sekte der Bidschower Israeliten leider erfolglos gebheben ist; es ist nicht ausgeschlossen, daß bei einer archivarischen Neuordnung des Schriftennachlasses des Appellationsgerichtes 13 159

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