Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 8 (1936)
- Date
- 1936-01-01
- Page
- – (sequence 158)
- Language
- German
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angibt, wann es zur Aufdeckung der Sekte kam: zweite Dezemberhälfte des Jahres 1746. Im dritten Kapitel dieser Studie kommen wir auf Svateks Phantasien noch des näheren zurück. Mit einer knappen, nur auf der Literatur beruhenden Bemerkung nahm nach Svatek auf unsere Sekte Bezug F. J. Ceceika in einem Artikel über die religiösen Bewegungen auf dem Gebiete von Dymokur und Chlumetz27: „In den Zeiten schwerster Persekution des Bauern Volkes tauchten in Böhmen geheime Religionssekten auf. Im Bidschower und Chlumetzer Ländchen stiftete um die Mitte des XVIII. Jahrhunderts der Bidschower Rabbiner Mendl die religiöse Sekte der Abrahamiten oder Israeliten. Arme Leute aus weitem Umkreis traten ihr zahlreich bei. Im Jahre 1747 oder zu Beginn des Jahres 1748 wurden die geheim und in der Nacht stattfindenden Versammlungen verraten, die Teilnehmer strenge bestraft und die Rädelsführer zum Tode verurteilt. Doch die Warnung wirkte nicht, die Sektierer setzten ihre Zusammenkünfte fort, allerdings mit größerer Vorsicht, und lasen zu Hause eifrig die Schrift. Daher hielt der Dymokurer Hauptmann im Jahre 1780 mit den Richtern eine strenge , Visitierung' von Haus zu Haus und suchte nach verbotenen ketzerischen Büchern." Was die Visitation vom Jahre 1780 betrifft, so unterliegt es sicher keinem Zweifel, daß sie mit der Sekte der Israeliten nichts zu tun hatte. Kein gutes Zeugnis für Svateks Fabulierlust war es, daß sich ihr der Katechet des Bidschower Gymnasiums Jos. Kaspar nicht anschloß, als er in seiner wertvollen Studie über die Seelsorge in der königl. Leibgedingstadt Neu-Bidschow28 naturgemäß auch der Sekte der Bidschower Israeliten eingehende Aufmerksamkeit schenkte. Kaspar bezieht sich auf die uns bereits bekannte Eintragung über diese Sekte im Gedenkbuche der Bidschower Dechantei, die schon vor ihm durch Vermittlung des Bidschower Stadtgedenkbuches für die Nachricht des Cöl. ßiha Quelle gewesen war. Das schon erwähnte Einschreibebuch der Bidschower Dechantei, das über die Sekte wichtige neue Nachrichten enthält, ist Kaspar jedoch entgangen. Bei der Erklärung der Gründe für das Auftreten der Sekte lehnt er nicht bloß die phantastische Behauptung Svateks ab (bis auf das eine, daß er sich die Anschauung zu eigen macht, schon anfangs der Vierzigerjahre des XVIII. Jahrhunderts hätten die Juden ihre ersten religiösen Zusammenkünfte mit den Christen gehalten), sondern er weist auch die Behauptung Svobodas zurück und hält sich an die Erklärung von Helfert, bzw. Rezek: „Das Volk, namentlich das ländliche Bauernvolk, blieb immer noch zu einem Großteil, wenn auch nicht äußerlich, so doch im verborgenen akatholisch. Da es nun keine rechte Unterweisung in der Religion hatte, in der es geboren war, sei es im Luthertum oder im Brüdertum, und da es sich zum Katholizismus 11 157