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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1936-01-01 · 8 (1936) · page 153

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
8 (1936)
Date
1936-01-01
Page
– (sequence 153)
Language
German
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IRI
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bar Nachrichten über die Bidschower Israeliten aus der Mitte des XVIII. Jahrhunderts mit Nachrichten über jene Israeliten bzw. Abrahamiten, welche nach Kundmachung des Toleranzpatentes im Chrudimer Ländchen auftraten. Helferts Erklärung, der Grund für das Auftreten der Sekte der Israeliten sei darauf zurückzuführen, daß man der böhmischen akatholischen Bevölkerung die religiösen Bücher gewaltsam wegnahm, greift Tomas BUek auf. Obwohl er sich sonst in seiner Studie „Reformace katolickä v Cechach 1650—1781"14 auf neues Quellenmaterial stützt, bereichert er in diesem Punkte unsere Kenntnisse keineswegs; er bemerkte lediglich, schon im Jahre 1747 sei im Königgrätzer Kreise, besonders in der Umgebung von Bidschow, eine gewiße neue jüdische Sekte aufgetaucht, deren Anhänger sich „Israeliten" nannten, ihre Kinder nicht taufen ließen (auch diese Behauptung ist zweifellos den Nachrichten über die Israeliten bzw. Abrahamiten aus der Zeit nach der Kundmachung des Toleranzpatentes entlehnt), und sie erhielt sich jahrelang, trotzdem sie mit allen Mitteln, mit Gefängnis, Schwert und Feuer verfolgt und gestraft wurde. Im Jahre 1885 wurden die bisherigen Nachrichten über die Sekte der Bidschower Israeliten um einen sehr kurzen (und allgemein gehaltenen) Vermerk in den Erinnerungen des ehemaligen Libeznitzer Vikars und Pfarrers J. V. Paroubek (1740—1774) vermehrt, herausgegeben von V. B. Trebizsky. Die Nachricht ist zum Jahre der Hinrichtung des Rabbiners Mendl (1750) gesetzt und lautet (in Übersetzung): 7. Martii wurde bei Prag ein Jude, ein Rabbiner, verbrannt, alt, aber klein, etwa 1% Elle hoch. Er verlockte in der Gegend von Jitschin Schäfer und anderes gemeines Volk zum jüdischen Glauben und unterwies es darin. Diejenigen, welche diesen Glauben angenommen hatten, sind vordem in Königgrätz hingerichtet worden ,15 Doch auch das grundlegende Werk zur Geschichte des böhmischen Akatholizismus und der Religionsschwärmerei in der Zeit nach der Schlacht auf dem Weißen Berge bis zur Kundmachung des Toleranzpatentes im Jahre 1781, „Dejiny prostonarodniho hnuti nabozenskeho v Cechach od vydäni tolerancniho patentu az na nase casy" von Antonin Rezek 9 erschienen 1887,16 hat bei Erwähnung der Sekte der Bidschower Israeliten kein neues Quellenmaterial herangezogen und sich darauf beschränkt, die in der bisherigen Literatur verstreuten Bemerkungen über diese Sekte zusammenzufassen (die Notiz von ßiha übergeht er jedoch gleichfalls). Dabei mußte freilich Rezek seinen Standpunkt zu den beiden bereits erwähnten Erklärungsversuchen über den Ursprung der Sekte präzisieren, zur These von Helfert und zur These von P. Svoboda. Die These Svobodas hat Rezek abgelehnt, und zwar mit der sicherlich richtigen und auch heute noch gültigen Begründung: Eine Sache einzig und 152 6

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