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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1936-01-01 · 8 (1936) · page 152

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
8 (1936)
Date
1936-01-01
Page
– (sequence 152)
Language
German
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IRI
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als Helfert. Svoboda behauptet, nicht in dem Umstände liege der Anfang der Sekte, daß man den geheimen Akatholiken ihre religiösen Bücher (Bibeln) weggenommen, sondern — in den Juden, denn die Juden hätten: 1. jede Spaltung und jede Revolte gegen die heilige katholische Kirche begünstigt; 2. die Juden hätten auch jegliches feindliches Kriegsvolk begünstigt, das in Böhmen eingebrochen sei, namentlich wenn dieser Krieg auf Unterdrückung der katholischen Kirche ausging (so das sächsische Kriegsvolk im Jahre 1631, das schwedische Kriegsvolk und das preußische Heer unter Friedrich IL); dabei hätten sie viel Geld verdient und sich den Christen gegenüber gerühmt, welch reiche Belohnung Gott den Beobachtern des Gesetzes Mosis verheißen habe; 3. die Juden hätten die katholischen Christen durch gotteslästerliche Bücher und Reden, durch Lüsternheit, Diebstahl, Wirtshäuser verführt; 4. aus den Verführten hätten sie keineswegs eigentliche Israeliten oder rechtschaffene Juden gemacht, sondern es hätte ihnen genügt, sie zur Lästerung und Mißachtung Christi, der Jungfrau Maria und überhaupt aller heiligen katholischen Einrichtungen verführt zu haben. Dieser Haß und diese Lästerung sei mitunter geradezu satanisch gewesen.12 Von Pita, dem ersten dergleichen Israeliten und Rädelsführer aller anderen, behauptet Svoboda, er sei zum israelitischen Glauben von dem Rabbiner Mendl aus Neu-Bidschow verleitet worden; er selbst habe dann andere verführt. Svoboda findet es schließlich auffallend, daß sich unter den übrigen Führern der „Israeliten" vom Jahre 1748 neben Pita zwei weitere Schneider, mehrere Schäfer, Häusler und viele Witwen fanden, durchwegs Leute, die angeblich mit Vorliebe über die Religion spekulieren. Wie ersichtlich, ist P. Svoboda gegen die Juden streitbar eingestellt: die Sekte der Israeliten ist eine Frucht durchtriebener jüdischer Proselytenmacherei. Die Quellen Svobodas berechtigen jedoch keineswegs zu einer ähnlichen Behauptung. Gleichzeitig mit P. Svoboda erwähnte unsere Sekte, ohne seine Quelle zu nennen, K.Addmek in seiner Schrift „Doba poroby a vzkfiseni. Rozhledy v kulturnich dejinäch krälovstvi Cesk&io v XVII. a XVIII. stol."13 folgendermaßen: Im Bidschower Kreise kamen schon im Jahre 1743 geheime Akatholiken mit den Juden zusammen, denen die Lesung des Alten Testamentes nicht verwehrt war, und neigten sich den israelitischen Einrichtungen zu, ja viele sollen sich sogar haben beschneiden lassen. Der berüchtigte jüdische Agitator Mendl, der das gemeine Volk zum Übertritt zu den Israeliten mit beredten Worten aufmunterte, wurde ergriffen und in Prag verbrannt. Diese Schwärmer, „Israeliten" und auch „Abrahamiten" genannt, glaubten nicht an die heilige Dreifaltigkeit, glaubten aber an die Unsterblichkeit der Seele, anerkannten die Zehn Gebote, beteten das Vaterunser, glaubten an die Prophezeiung Mosis und an die Ankunft des Messias, feierten den Samstag usw. Adartiek vermengt offen - 5 151

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