Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1936-01-01 · 8 (1936) · page 150

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
8 (1936)
Date
1936-01-01
Page
– (sequence 150)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2644300-2644311--3527-2647875
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Riha zum Autor hat und im Selbstverlage im Jahre 1868 erschienen ist.4 Es ist zwar das Werk eines Dilettanten, hat aber bis zum heutigen Tage einen Wert, da es sich zu einem Großteil wörtlich auf urkundliche Nachrichten aus dem Bidschower Stadtarchiv stützt, namentlich auf die Bidschower Stadt- und Gedenkbücher,5 welche die Grundlage für die Erkenntnis der Vergangenheit Neu-Bidschows bilden, die noch ihres Bearbeiters harrt. Auch der Bericht ftihas über die Sekte der Israeliten — Riha gebraucht diesen Ausdruck nicht — im Anschluß an das Datum der Hinrichtung ihres Führers, Johann Pita aus Chudonitz (18. Dezember 1748),6 beruht auf archivalischer Quelle, nämlich auf dem lateinischen Eintrag im Bidschower Stadtgedenkbuch, der zwar aus viel späterer Zeit stammt, aber auf einer alten, fast zeitgenössischen Eintragung im Gedenkbuche des Bidschower Dekanalarchives beruht.7 Ganz in Übereinstimmung mit dem Gesamtcharakter seiner fleißigen Arbeit reproduziert Riha auch hier seine Quellenvorlage in der Hauptsache sozusagen wörtlich: „Im Jahre 1748 am 18. Dezember wurde Johann Pita in Bidschow hingerichtet. Dieser Johann Pita, von seinen Eltern in der katholischen Religion erzogen, war Schneider im Dorfe Chudonitz. Sowohl er als auch einige andere Insassen aus Chudonitz und benachbarten Dörfern standen mit den Bidschower Juden längere Zeit in Verbindung, er besuchte fleißig die Synagoge, und als er von dem Bidschower Rabbiner Mendl in der jüdischen Religion unterwiesen war, trat er schließlich ganz zum jüdischen Glauben über. Daraufhin wurde er von dem Königgrätzer Bischof Grafen Wratislaw von Mitrowitz als Ketzer exkommuniziert und vom Halsgericht zum Tode verurteilt." Weiters erwähnt Riha nach derselben Quelle ein Bild Johann Pitas, das im Bidschower Rathause aufbewahrt wurde, zitiert die darauf befindliche Inschrift und spricht von den Anhängern der Sekte, namentlich jenen, die schwere Strafen erhalten hatten. ßihas Angaben über die Bidschower Sekte der Israeliten entzogen sich jedoch der Kenntnis von Jos. Alex. Helfert, der im Rahmen seiner Studie über die sogenannten Religionsschwärmer in Böhmen und Mähren unter Kaiser Josef II.8 auch die Sekte der Israeliten erwähnt, sich aber bloß auf die josefinische Zeit beschränkt. Über die Sekte der Bidschower Israeliten bringt er nur in einer Anmerkung nach den „Ephemeriden der Menschheit", 1783, II, S. 76, das (irrige) Zitat, etwa um die Mitte des XVIII. Jahrhunderts hätten an unterschiedlichen Orten im Bidschower Kreise Christen und Juden geheime Zusammenkünfte gehabt, wo das Gesetz Mosis verkündet worden und die Bekehrten durch die Beschneidung dem Judentum einverleibt worden seien.9 Bemerkenswert ist jedoch Helferts Aufschluß über die Entstehung des sogenannten Judaismus im christlichen Sektenunwesen. Viele von den geheimen Akatholiken seien jedoch durch Verfolgung auf andere Wege gekommen. Man habe ihnen 3 149

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.