Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 8 (1936)
- Date
- 1936-01-01
- Page
- – (sequence 130)
- Language
- German
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1749 im ganzen 1418 Familien mit 6061 Personen ins Prager Ghetto zurück .68 Diese Familienaufnahme hat sich in zweifacher Form erhalten: 1. In der erwähnten Einzelblättern,69 die in Büchern zusammengebunden in der Matrik der Prager jüdischen Kultusgemeinde aufbewahrt werden. 2. In einem 39 X 48 cm großen Buche, das sich im Archiv der Prager Kultusgemeinde befindet. In diesem Verzeichnisse sind bei jeder Familie 12 Rubriken ausgefüllt, die sich mit den Angaben in den „Fassionen" decken. Diese Familienkonsignation gewährt uns einen tiefen Einblick in die Berufsgruppierung der Prager Judenschaft. Wir führen nun die darin enthaltenen Daten, soweit sie zu unserem Thema gehören, an und fügen zum Vergleiche in Klammern die Zahlen aus der Judenkonsignation von 1729 hinzu. Hierbei ist zu beachten, daß im Jahre 1748 gegenüber dem Jahre 1729 nur 60% der jüdischen Bevölkerung im Prager Ghetto vorhanden war. Die Ursache dieser verminderten Bevölkerungszahl liegt darin, daß viele Juden während der S1/^ährigen Emigration in Elend zugrunde gegangen, viele dauernd auf ihrem Landaufenthalte geblieben oder außer Landes gezogen sind. Manche von ihnen dürften erst in den späteren Jahren nach Prag zurückgekehrt sein. Das größte Kontingent der jüdischen Handwerker bildete das Schneidergewerbe. Es gab im Prager Ghetto 80 (158) Schneider, 11 (17) Schneiderinnen, 8 (2) Hosenmacher, 1 (1) „Flicker" und 1 „Flickerin". Mit dem Vertrieb von Kleidern befaßten sich 34 (49) Juden, außerdem verkauften 3 „Weiber Kleider", 3 „Alte Weiber Kleider" und 1 Schlafröcke. Vom Schneidergewerbe ernährten sich somit 142 Familien. Zu dieser Kategorie gehören 11 (36) Wäschenäherinnen, 3 verkauften Hemden, 1 hievon „Leibel und Hemden". An zweiter Stelle stehen 50 (100) Schuster, 11 (5) Schusterinnen, 1 (4) führte einen Schuhhandel, 12 (11) Absatzmacher und 1 (4) verkaufte Absätze. Insgesamt 75. Eine starke Zunahme erfuhr das Kürschnerhandwerk, es gab 47 (33) Kürschner und 1 (3) Kürschnerin, 1 hielt Rauch wäre feil. Eine dominierende Stellung haben in Prag die jüdischen Knopfmacher eingenommen, von diesen gab es 30 (18) Knopfmacher und 7 (9) Knopfmacherinnen, überdies ist bei 4 als Beschäftigung angeführt „Knöpf", wobei es sich um Knopfhändler handeln dürfte. Als Schnürmacher ernährten sich insgesamt 30 (37), davon sind 19 Männer und 11 Frauen. Schwächer an Zahl waren die 13 (10) Posamentierer, 11 davon waren Männer, 2 Frauen. Mit dem Verkauf von Bändern schafften sich 13 (5) Personen ihren Lebensunterhalt, 1 verkaufte „ Schnirband", 2 Zwirn und Bänder. Das Hutgewerbe bot 37 (43) Juden ihre Nahrung: 7 Männer und 2 Frauen erzeugten Hüte, 22 betrieben einen Huthandel, außerdem gab es 3 Hutfärber, 1 Hutstepper, 1 verkaufte Hutschnüre und 1 war ein 73 129