Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 8 (1936)
- Date
- 1936-01-01
- Page
- – (sequence 131)
- Language
- German
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„Kapimacher". Im Ghetto befanden sich 5 (7) Seidendreher und 7 (33) Seidenhändler. Hier lebten 8 (20) Goldschmiede, 6 Goldsticker, 1 Goldstickerin; 14 (12) Gold- und Silberhändler, 26 (39) „Geschmeidler" und 7 (16) Juweliere. Zur Fleischerzunft gehörten 17 (37) Fleischhacker und 3 (7) Fleischhackerinnen. Hiezu gehören 4 (4) „Aederer" auch „Ausaederer", welche das Fleisch von den religionsgesetzlich ungenießbaren Teilen „reinigten". Von Brodverschleiß lebten 3 (19) Personen; es gab auch einen „Zucker-Bäcker". Zur Wein- und Bierschänkerzunft gehörten die 12 (28) Bierschänker und 1 Weinschänker, einer handelte mit Wein und Wolle, 16 (14) verabreichten Brantwein. Es gab 7 Kaffeesieder und eine Kaffeesiederin, 3 (6) Garköche und eine (5) Garköchin. Zur Barbiererzunft gehörten 13 (28) männliche und 2 weibliche Per¬ Personen . Die Judenstadt hatte einen (1) Arzt (Doktor), 2 (2) Hebammen 4 (4) Krankenwärter und 6 (4) Krankenwärterinnen. 2 (1) Apotheker. Wir kommen nunmehr zu den schwächer vertretenen Handwerken. Im Prager Ghetto lebten: 4 (4) Tapezierer, 3 (8) Glaser, 4 (4) Gehängemacher, 1 wird davon als Degen-Gehänge-, 1 als Gewehr-Gehängemacher bezeichnet. Es gab 3 Schrottgießer, 1 Schrottmacher und 1 Schrötter; 2 (7) Matratzenmacher, 2 Schlosser, 2 (3) Schabrakenmacher, 1 Sattler, 1 Riemer, 1 Taschner, 1 Töpfer, 1 Sesselmacher, 1 Weißgerber, 1 Spitzenmacher, 1 Mesulanmacher, 1 Helzlmacher, 3 (1) Handschuhmacher, 3 (3) Leinwanddrucker, schließlich 7 (9) Spielleute. Es waren vorhanden 3 (7) Buchdrucker, 2 (5) Buchbinder, 5 Buchhändler, 2 Buchhändlerinnen und ein „Kalendermacher". Aus den Reihen der Händler seien hier verzeichnet: Der Strumpfhandel ernährte 21 Personen, mit Leder handelten 50 (63) Personen, von diesen handelte einer mit rohem Leder und 4 mit Häuten. Mit dem Zinn verschleiß befaßten sich 3 Personen, 1 verkaufte auch Messing; den Federnhandel übten 14(15) Prager Juden aus. Stark zurückgegangen war die Zahl der jüdischen Wechsler, diese betrug jetzt insgesamt 29 gegenüber von 74 im Jahre 1729, und zwar 23 (64) Wechsler und 6 (10) Wechslerinnen. Dieses war auch bei den Hausjuden der Fall, es existierten nunmehr 13 (100) Hausjuden und 17 (23) Hausjüdinnen. Außer der zahlreichen Dienerschaft, die in den Haushaltungen tätig waren, gab es 21 (27) Ladendiener, 4 (5) Ladendienerinnen, 12 Träger, 2 Trägerinnen, 1 Wasserträger, 1 „Ungelt-Träger", 1 „Thein- Träger", schließlich auch einen Fuhrmann. Um mit den geistigen Berufen zu schließen, erwähnen wir, daß diese durch einen Land-Rabbiner, 12 Juristen und 54 Schulmeister im Ghetto vertreten waren. Als Resultat der erfolgten Aufzählung ergibt sich, daß von den 1418 zurückgekehrten Familienoberhäuptern über 500 dem Handwerksfache angehörten und sich über 250 Ghettobewohner mit dem Verkaufe von 130 74