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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1936-01-01 · 8 (1936) · page 126

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
8 (1936)
Date
1936-01-01
Page
– (sequence 126)
Language
German
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IRI
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Polizei nicht halten und sogar die Zunftältesten von ihrem Amte entheben und ohne Bestätigung der böhmischen Kammer eine Neuwahl vornehmen wollten. Nach uraltem Brauch sei die Neuwahl der Zunftältesten alle drei Jahre vom Königl. Richter durchgeführt worden, wobei gleichzeitig die Polizei den Umständen entsprechend verbessert worden sei. Seit 6 bis 7 Jahren hätte jedoch keine Neuwahl stattgefunden, weil sich die Prager Judenältesten gegen jede Einmischung des Richters wehren. Dem Richter stehe aber die Einsicht in die christlichen und jüdischen Zunftangelegenheiten zu, daher schlage er die Vornahme einer Neuwahl unter seiner Aufsicht vor. Das Amt der Oberstarsi solle gänzlich abgeschafft werden, da sich die junge Generation über die Köpfe der Starsi hinweg gleich an die Oberstarsi wenden, weswegen sie auch vor ihre vorgesetzten Starsi keinen Respekt hätten und öfter Schlägereien vorkämen. Der Altstädter Richter schlägt auch vor, über die Ausfertigung und Einhändigung der Steckzettel (Vorladung) durch den Diener ein in deutscher Sprache ordnungsgemäß geführtes Register anzulegen, damit die herrschende Unordnung aufhöre. Die vorliegenden Statuten haben auch späterhin ihre Gültigkeit behalten und bildeten noch eine Zeitlang die Richtschnur im jüdischen Zunftwesen, obwohl sie ihre Bedeutung durch die allgemein gültigen General-Zunftprivilegien eingebüßt hatten. Die Statuten der anderen jüdischen Zünfte dürften im gleichen Sinne gehalten gewesen sein, wie die vorliegenden. Was mit diesen Zunftordnungen geschehen ist, kann aus einer Antwort der Prager Judengemeinde an den Prager Magistrat im Jahre 1786 geschlossen werden. Dieser verlangte von der Judengemeinde die „Beibringung der in Ansehung der Schusterzunft erflossenen Privilegia". Die Prager Judenältesten berichteten, daß sie trotz eifrigen Nachsuchens nichts finden konnten, „weil durch die vielen der hiesigen Judenschaft zugestoßenen Unglücksfälle, an Feuersbrünsten und Emigration die Urkunden verloren gingen".61 VII. DAS STÄRKEVERHÄLTNIS DER JÜDISCHEN ZÜNFTE. Haben wir bisher die Entwicklung, die Existenzkämpfe und die Organisation der Prager jüdischen Zünfte behandelt, so wollen wir nunmehr auch ihre numerische Stärke kennen lernen. Von einer fortlaufenden Statistik kann natürlich hiebei keine Rede sein, weil hierfür die notwendigen Unterlagen fehlen, und müssen wir uns daher in unserer Feststellung auf gewisse Zeitperioden beschränken. Dabei kommt in Betracht: 69 125

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