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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1936-01-01 · 8 (1936) · page 114

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
8 (1936)
Date
1936-01-01
Page
– (sequence 114)
Language
German
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IRI
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leisten können. Durch die Emigration sei der Konsum so geschwächt worden, daß die Meister, die früher 4 bis 5 Gesellen gehalten hätten, jetzt kaum einen halten könnten. Sollte die Austreibung länger andauern, müßten die Bäckermeister zum Bettelstabe greifen. Müller: Durch den verminderten Konsum erleiden sie großen Schaden, sodaß sie bei längerer Dauer unfähig wären, die Kontribution zu bezahlen und den Betrieb ihrer Mühlen aufrecht zu erhalten. Bierverleger: 300 Bräuereien sind infolge des geschwächten Konsums abgefallen, weshalb sie kaum mehr Abgaben leisten können. Früher konnten sie sich nötigenfalls bei den jüdischen Bierschenkern Geld ausborgen und es mit Bier bezahlen, was bei den christlichen Schenkern nicht der Fall sei. Fischhändler: Der Fischkonsum ist stark verringert worden. Ihr Schaden ist deswegen so groß, weil die Juden die abgestandenen Fische gekauft haben, die ihnen jetzt zurückbleiben. Bei längerer Dauer würden sie ihre Kontribution nicht abführen können. Apotheker: Sie sind geschädigt, weil die Judenschaft auch von ihnen die Medikamente gekauft hat. Fleischhacker: Die den Juden verkauften Schafhäute sind jetzt nicht an den Mann zu bringen. Die Juden haben ihnen auf die Häute bares Geld vorgestreckt, wodurch sie sich in ihrer Nahrung behelfen konnten. Bald würden sie in Armut verfallen und keine Kontribution zu zahlen imstande sein. Kaufleute: Wenn die Juden wieder nach Prag kämen, würde ihr Handel wie vordem geschwächt werden, was besonders jene Kaufleute schädigen möchte, die sich auf ergangenen obrigkeitlichen Befehl hin zur Versorgung des Publikums mit verschiedenen „Zeug-Waren" versehen haben. Wachszieher: Sie erleiden durch den Aufenthalt der Juden auf dem Lande einen merklichen Schaden, weil diese zu den jüdischen Feiertagen die Wachskerzen von den Landmeistern und nicht von ihnen kaufen. Andererseits kaufen die Juden das auf dem Lande vorrätige Wachs auf und verkaufen es weiter. Maler und Stricker: Die Maler erleiden durch die Juden keinen Schaden. Die Stricker haben dagegen durch die jüdische Pfuscherei auf dem Lande einen Schaden, den sie auch vor der Emigration erlitten hätten. Gold- und Silberarbeiter: Früher haben ihnen die Juden Bruch- und Pagament-Silber verkauft. Jetzt verschleißen sie es im Lande oder außerhalb des Landes, während sie hier aus Mangel an Silber keine Arbeiten verfertigen können. Maurer: Durch Entgang der Arbeit bei den Juden erleiden sie von Jahr zu Jahr immer größeren Schaden. 57 113

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