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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1936-01-01 · 8 (1936) · page 97

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
8 (1936)
Date
1936-01-01
Page
– (sequence 97)
Language
German
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IRI
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abgenommen und gehen dem Ruine entgegen, da die Juden sie ganz überwältigen. Lohgerber: Die Juden kaufen in Prag und auf dem Lande von den Fleischern, Schäfern ja selbst von Schindern die rohen Häute und lassen sie von den aus der Zunft ausgeschlossenen christlichen Gesellen ausarbeiten. Bei Mnisek und anderen Orten haben die Juden von den Landherren und Landmännern Lohgerber-Werkstätten gegen Überzahlung gepachtet, woselbst sie christliche Meister, die sich nicht mehr ernähren können, beschäftigen. Das Leder lassen die Juden heimlich nach Prag bringen und verkaufen es den Schustern um 1 bis 2 Kreutzer billiger. Früher hat es in Prag 50 christliche Lohgerber gegeben, jetzt sind nur noch 10 vorhanden, von denen nur wenige Gesellen halten können. Ehedem haben die Gerber auf der Altstadt zum täglichen Verkaufe des Leders einen abgesonderten Markt gehabt. Riemer: Die Juden betreiben das Handwerk viel stärker und besitzen an Riemerzeug einen größeren Vorrat als die Christen. Überall lassen die Juden durch Pfuscher und Pfrötter das schlechte Leder und die Stückel zusammenpfuschen, um es am Tandelmarkte feilzubieten. Ihre Spione bringen die Kriegsoffiziere zu ihnen, die ihnen für ganze Regimenter Aufträge geben. Die Juden sind mit Arbeit überladen und fahren überdies im Lande herum, um von den christlichen Meistern die Erzeugnisse billig zu kaufen oder für Waren einzutauschen. Sie kaufen auch von den Soldaten altes Gezeug, das sie überschwärzen und den Offizieren wieder verkaufen. Die christlichen Lehrjungen reizen sie zum Diebstahle an, um für billige Preise die Ware zu erhalten. Früher hat es in jeder Prager Stadt 10 bis 20 Meister gegeben, jetzt können sich kaum 3 bis 5 ernähren. Schuhmacher: Die Judenstadt und der Tandelmarkt ist den Judenschustern schon zu klein und sie errichten daher in Christenhäusern ihre Kramläden und bieten die Schuhware in der ganzen Stadt zum Kaufe an. Zu ihrer Arbeit nehmen sie christl. Pfuscher und Soldaten auf, die sie auch beherbergen. Ein jüdischer Schuster hat durch die Pfuscher in 20 Tagen 5000 Paar Schuhe anfertigen lassen. Sie verwenden zu den Schuhen von verendetem Vieh verfertigtes Leder, geben Filz und unsaubere Kleiderstücke hinein und betrügen somit die Soldaten, die einfältigen Bauern und die Dienstboten. Sie geben zwar die Schuhe um 1/a Kreutzer billiger, die dauern jedoch nur 8 bis 14 Tage. Licht und Seifensieder: „Die Juden kaufen Inslet von den Pragern Metzgern, bevor es noch erkaltet ist, führen es heimlich hinaus aufs Land, verfertigen dort Licht und Seifen, damit es keinen Gestank mache, dann lassen sie diese wieder nach Prag bringen und verkaufen sie hier. 40

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