Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 8 (1936)
- Date
- 1936-01-01
- Page
- – (sequence 96)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2644300-2644311--3473-2647821- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
werfen sie doch ein interessantes Schlaglicht auf die Verhältnisse jener Zeit. Der Inhalt dieser Beschwerden ist: Barbierer: Die Juden fügen ihnen großen Schaden zu, indem sie sich in Christenhäusern Bartscherstuben aufrichten. Sie schicken Spione in die bürgerliche und Wirtshäuser, ziehen Fremde und Cavaliere an sich. Sie kurieren christliche Patienten und hätten schon oft solche um ihre Gesundheit und ihr Leben gebracht, die dann ohne katholische Versehung gestorben seien. Die Juden hätten schon 14 Bartscherstuben mit je 8 bis 10 Mitgehilfen, wogegen die christliche Barbierer aller drei Prager Städte nur 18 besäßen, von denen nur 4 etwa 3 bis 4 Gesellen hätten. Goldschmiede: Zur Zeit des Münzmeisters Tobias Schuster von Goldberg gab es in Prag 70 christliche Goldschmiede mit je 8 bis 10 Gesellen und 2 bis 3 Lehr jungen. Ihr Gold und Silber kauften sie ehedem bei der Königl. Münze. Seitdem die Juden das Schmelzen von Gold und Silber in Böhmen erlaubt sei, müssen sie von ihnen das durch Beimischung von Kupfer und Messing verfälschte Silber und Gold kaufen und gehen dabei zugrunde. Es gebe nurmehr 15 christliche Goldschmiede ohne Gesellen, dagegen über 60 jüdische, die sich stets vermehren. Überdies befinden sich auf dem jüdischen Tandelmarkte über 50 jüd. Läden für Gold, Silber und Edelsteine, woselbst auch Kelche, Kreuze, ebenso aus Gotteshäusern und Klöstern geraubte Diebstücke zu haben seien. Geschmeidler: In ihren Kramläden lösen sie in 2 bis 3 Wochen kaum 1 bis 2 fl., dagegen hätten die jüdischen Kramläden auf dem Tandelmarkte einen derartigen Zulauf, „daß man sich mit Gewalt bei ihren Läden durchdringen muß". Gürtler: Seit der Contagion 1680 hätten die Juden ihre Pfuscherei so sehr das Gürtlerhandwerk an sich gerissen, daß kaum ein Zehntel der ehemaligen Gürtler vorhanden sei. Die Juden geben den christlichen Gesellen zum Stehlen Dittrich und Schlüssel, das Geraubte verkaufen sie weiter. Sie gingen dabei zugrunde und müßten den Bettelstab ergreifen. Nagelschmiede und 7 andere Handwerke: Früher hat es in Prag 20 bis 30 christl. Plattner gegeben, jetzt existiert kein einziger mehr. Vor wenigen Jahren waren noch 8 Rotgießer gewesen, jetzt gebe es nur einen, der sich schwer erhalten kann, da die Juden das Metall und Erz aufkaufen und es heimlich aus dem Lande führen. Zum Glockengießen ist daher hierzulande nicht genügend Metall vorhanden und muss um das Doppelte im Auslande gekauft werden. Die christl. Nadler und Zeugschmiede leiden stark unter den Juden, die in der Judenstadt und auf dem Tandelmarkte alles verkaufen und öffentlich pfuschen, wogegen die christlichen Meister nicht aufkommen können. Die Nagelschmiede, Ringelschmiede, Flaschner und Feilenhauer haben in kurzer Zeit stark 39 95