Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 8 (1936)
- Date
- 1936-01-01
- Page
- – (sequence 41)
- Language
- German
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in archivalischen) vorliegender Bericht über dieselbe Begebenheit volle Aufklärung über das im Responsum Erzählte. 2. Im überwiegenden Teil der Responsen, namentlich in denen des Mittelalters, fehlen die zeitlichen Angaben. Das Datum muß dann auf Umwegen ermittelt werden, wenn es sich überhaupt feststellen läßt. In manchen Responsen fehlt auch die Angabe des Ortes, in welchem sich das im Responsum erwähnte Ereignis zugetragen hat. Die Bearbeitung des spröden geschichtlichen Stoffes der Responsen bietet also gewisse Schwierigkeiten, doch sind die Vorzüge der Responsen so groß, daß es sich verlohnt, diese Schwierigkeiten zu überwinden. Die namhaften jüdischen Historiker, wie Zunz, Grätz und Güdemann, haben auch vielfach aus den Responsen für ihre Werke geschöpft, auch nach ihnen sind hie und da Versuche gemacht worden, für einzelne Epochen und bestimmte geschichtliche Fragen die Responsen auszunützen.24 Aber all diese Verwertung der Responsen für die Geschichte der Juden ist unbeträchtlich im Verhältnis zu den Schätzen, die in ihnen verborgen liegen und von der geschichtlichen Forschung bisher unberührt geblieben sind.25 Im Folgenden soll eine systematische Auswahl und Übersetzung der Responsenstücke durchgeführt werden, die sich auf die Geschichte der Juden in der Cechoslovakischen Republik beziehen, wobei auch die Länder, die früher zum Königreich Böhmen gehört haben, berücksichtigt werden. Wir bringen zunächst die Responsen des XV, Jahrhunderts, von denen Güdemann26 sagt, daß sie „die bedeutendste Nachlassenschaft des XV. Jahrhunderts" seien, wobei wir mit denen des Jakob Weil beginnen. RESPONSEN DES R. JAKOB WEIL Abkürzungen: Rp. Responsum; T. Text (übersetzter); G.m.D. (i., s.) b. Gott möge Dich (ihn, sie) behüten. R. Jakob b. Juda Weil ist geboren im letzten Viertel des XIV. Jahrhunderts in Weilerstadt (auch Weil genannt, daher der Familienname) am Neckar. Geburts- und Todesjahr sind nicht festzustellen. Es ist aber wahrscheinlich, daß er um die Mitte des XV. Jahrhunderts starb. Er erhielt seine Ausbildung zuerst in der Jeschiba (Talmudhochschule) des R. Salman Runkel in Mainz1, später ebenda bei R. Jakob Mölln ha-Levi (Maharil), der sein Hauptlehrer war und dessen bedeutendster Schüler er wurde. Er war ein junger Mann, als sich ein älterer bedeutender Rabbiner, R. Abraham Kohen, mit einer Anfrage an ihn wandte2. Selbst eine solche rabbinische Größe wie R. Nathan aus Eger sandte Anfragen an ihn.8 Nach dem Tode des letzteren und des R. Jakob Mölln wird 13 39