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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1936-01-01 · 8 (1936) · page 38

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
8 (1936)
Date
1936-01-01
Page
– (sequence 38)
Language
German
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IRI
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tausende. Es existieren an die tausend gedruckte Responsensammlungen. Dabei gibt es noch eine große Anzahl Responsen, die in den verschiedenen Bibliotheken handschriftlich verwahrt werden. Und das trotzdem, daß viele — vielleicht ebenso viele — Responsen durch Wanderungen, Verfolgungen , Feuersbrünste oder infolge der Bescheidenheit ihrer Autoren verlorengegangen sind. Manche Responsen werke, nämlich die hervorragender Autoritäten, existieren in mehreren Ausgaben. Dieser Umstand kommt der Forschung zugute, indem er es ermöglicht, namentlich bei den Responsen der mittelalterlichen Epoche, wo viele Fehler und Auslassungen durch die Kopisten — während eines jahrhundertelangen Abschreibens — gemacht worden sind, durch Vergleich der verschiedenen Ausgaben einen richtigen Text herzustellen. Über den Wert der Responsen für die Geschichtsschreibung sagt Zacharias Frankel18 folgendes: „Eine nicht unwesentliche Ausbeute verspricht auch das Studium der Responsen der historischen und kulturhistorischen Forschung." Für den jüdischen Historiker namentlich, der die den Hintergrund bildenden Begebenheiten erkennen will, meint er, seien die Responsen „eine wahre Fundgrube". S. L. Rapaport schreibt in seiner hebräischen Einleitung zu den „Responsen der früheren Geonim": „Und wer erfahren will die wirtschaftlichen Verhältnisse unseres Volkes in jener Zeit während der Epoche der Geonim, die sich auf mehrere Jahrhunderte erstreckt, was bisher verhüllt und unbekannt war, wird hier Aufklärung finden." Und in demselben Sinne äußert sich Joel Müller in seinem hebräischen Vorwort zu den „Responsen der Gelehrten von Frankreich und Lothringen"19: „Aus diesen Responsen ersehen wir die Lebensführung der Juden und ihre Gewohnheiten, ferner ihre wirtschaftlichen und Gemeindeverhältnisse, sowie die Verfolgungen, denen sie ausgesetzt waren." Die Responsen als Antworten auf — nach dem Ausdruck Frankels — „aus dem Leben für das Leben ergangene Anfragen" umfassen das ganze Gebiet des jüdischen Lebens in seinen inneren und äußeren Beziehungen. Es gibt keinen Winkel im jüdischen Leben, in den durch die Responsen nicht hineingeleuchtet wird. Wir erfahren aus ihnen alles, was wissenswert ist in bezug auf: das Leben des einzelnen Juden, das Gemeindeleben, das Verhältnis zwischen Juden und Nichtjuden. Darunter fallen — um nur das Wesentliche hervorzuheben —: das Leben in der Familie, Sittenreinheit, Ehe, Kindererziehung, Trauung und Scheidung, Freud und Leid; materielle und kulturelle Zustände: Gewerbe und Handel, Besitztum und Armut, geistige Tätigkeit, Frömmigkeit und Aberglauben; die Gemeinde: ihre Verwaltung, ihre religiösen, sozialen und gesellschaftlichen Einrichtungen, das Rabbinat, die Jeschiba, die Gerichtsbarkeit, das Siedlungsrecht, die ordentlichen und außerordentlichen Steuern und 36 XO

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